Rohlinge zum supern produzieren

#1 von Allers , 23.02.2015 14:07

Moin,

ich sammel schon sehr lange 1250er. Nun würde ich gerne mal Meinungen hören zu folgenden Thema. Immer weniger Sammler stoßen zu unserem Hobby dazu. Die demografische Entwicklung ist ja nicht umkehrbar. Der Nachwuchs fehlt. Wie überall.

Wäre es nicht interessant, wenn Hersteller nicht nur bemalte sondern auch Modelle ohne Bemalung auf den Markt bringen würden? Masten und eventuell weiterer Zubehör separat dazu.
So könnten ja eventuell auch jüngere Sammler Ihre Sammlung ausbauen, und es würde etwas den Geldbeutel insgesamt entlasten.

Nicht wenige Sammler supern Ihre Modelle auch noch. Somit könnte man bei einem unbemalten Modell das dann selbst erledigen.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Hersteller ja eine Meinung. Natürlich wird immer die Nachfrage nach bemalten Modellen bleiben. Aber man hätte als Sammler auch die Möglichkeit , kostengünstiger mehr Modelle zu erwerben.

ich weiss nicht, ob die Bemalung bei der Herstellung ein großer Kostenfaktor ist, oder ob die Herstellung ( gießen, entgraten, Modellform erstellen u.s.w. ) den großen Kostenfaktor ausmacht. Vielleicht gibt es hier ja dazu eine Diskussion, die auch dann vielleicht zu Ergebnissen führt. Bin jedenfalls gespannt.



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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#2 von Chief Mathias , 23.02.2015 16:18

Hallo,
nun, ich bin ein Sammler, der leider fast nur Daumen hat und froh ist, wenn ich fertige Modelle bekomme. Manchmal lasse ich mir auch Modelle von erfahrenen Modellbauern restaurieren oder umbauen, gerade wenn es um filigrane Ätztechnik geht. Mit Rohlingen könnte ich weniger anfangen, da nach einigen Versuchen auch das Bemalen nicht so meine Welt ist. Decals anbringen kriege ich aber noch hin ( Container oder Hullnummern ).
Mein Interesse ist daher mehr das Sammeln. Weniger der Umbau oder Bemalung.


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#3 von Michael , 23.02.2015 19:03

Von Carlo Marquardt bekommt man z. B. in Kassel Rohlinge und vielfach tauchen diese auch in der E-Bucht auf.


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#4 von Omega1250 , 24.02.2015 09:18

Moin,

ich glaube kaum, dass es hierfür, anders als beispielsweise in Großbritannien (z.B. Mountford), einen Markt gibt.

Erstens ist die Qualität der "fertig" produzierten Modelle oft so gut, dass es schon sehr weit entwickelter modellbauerischer Fähigkeiten bedarf, um eine vergleichbare Qualität auch nur zu erreichen. Und dann gibt es Techniken, die einem modellbauenden "Einzelkämpfer" nur sehr begrenzt oder gar nicht zugänglich sind: 3D Druck, Ätztechnik, Siebdruck usw., die auch für die Qualität von Fertigmodellen stehen. Hier nehme ich dann auch gerne das "fertige Ergebnis".

Und der Markt für solche Modelle wäre doch recht überschaubar, man schaue mal auf dieser Seite, auf der Seite von Paul Jacobs <klick> oder bei Dockside <klick> , wie viele "modellbauende" Sammler es überhaubt gibt - es sind nicht viele.

Man kann aber auch auf andere Art und Weise zu "Rohlingen" kommen, indem man sich günstig auf dem Secondhand Markt bedient und mit Azeton oder Nitroverdünnung die Frabe entfernt(bitte möglichs an der frischen Luft, denn es stinkt gewaltig!). Meine 3 Zerstörermodelle von Neptun, die ihr auf meinem Diorama seht <klick>, sind beispielsweise solche Modelle, die ich ungefähr zu einem Drittel des Listenpreises bei einem namhaften Hamburger Händler erworben habe. Es müssen ja nicht unbedingt die gerade neu auf den Markt gekommenen Modelle sein, die eine Sammlung vervollständigen!

P.S. Letzteres habe ich jüngst übrigens mit der Ibis von NN-CAD getan, weil ich sie in den letzten Zustand von 1942 umbaue. Mehr dazu kommt demnächst an dieser Stelle.


Grüße vom Deister, Peter Ohm
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zuletzt bearbeitet 24.02.2015 | Top

RE: Rohlinge zum supern produzieren

#5 von proflutz , 24.02.2015 17:01

Dann eher TRIDENT Modelle für den Nachwuchs, oder second-hand Hansa/Trident/Delphin.


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#6 von Bettelkruser ( Gast ) , 24.02.2015 20:36

Persönlich denke ich nicht , das der demografische Wandel ein Grund für das langsame Sterben unserer Leidenschaft ist .
Eher hat die Generation meiner Söhne einfach keinerlei Faible für das Sammeln von Schiffsminiaturen oder dem dazugehörigen Modellbau .
Grundsätzlich fehlt der Bezug zum Thema Schiff/Seefahrt !
Wie auch ? Wer z.B. hat noch einen Seemann in der Familie ?
Sie sind mit dem Internet , PC , XBox und Smartphone usw. aufgewachsen .
Diesen Trend wird man nicht aufhalten können .
Selbst wenn sich doch jemand interessiert :
Für potenzielle Einsteiger sind besonders die filigranen Modelle zu teuer ; die einfachen , erschwinglichen Pendants im direkten Vergleich zu unattraktiv .
Ein Licht am Horizont aber ist :
Die 3D Drucktechnik wird große Möglichkeiten zum Sammeln und Supern bieten ... in naher Zukunft .


Bettelkruser

RE: Rohlinge zum supern produzieren

#7 von Karl , 25.02.2015 05:26

Guten Morgen,

so düster sehe ich die Zukunft des Modellbaus an sich eigentlich nicht: Vor einigen Monaten selbst wieder etwas mit dem Basteln angefangen, tummel ich mich auch ein wenig in der Militärmodellbau-Szene. Wenn ich sehe, dass auf einigen Webseiten gefachsimpelt und Modelle vorgestellt werden, teilweise wirklich im High-End-Niveau gebaut, wenn bei der jährlichen Modellbauausstellung in Holzminden regelmäßig > 10.000 Besucher kommen, wenn ich sehe, was regelmäßig von namhaften Firmen wie Revell, Roco-Minitank oder Trident (ja, die Trident) an Neuheiten angeboten wird, wenn ich sehe, was von kleinen Anbietern an Zurüstteilen angeboten wird. Die Szene lebt und hat regelmäßigen Zulauf.

Ein Angebot von Modellbausätzen, Rohlingen zum selbst Verfeinern oder Zurüstteilen zum Supern in unserem Maßstab wäre also eine sinnvolle Ergänzung zu den Fertigmodellen und würde die Bandbreite der Interessierten vergrößern. Nur, und hier kommen wir wieder zum Grundproblem von unserem Hobby: Modellbausätze im Maßstab 1:35, 1:72 oder 1:87 gibt es überall zu kaufen, doch wieviel potentiell Interessiere wissen überhaupt von der Existenz des Maßstabes 1:1250???

Viele Grüße

Karl


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#8 von Godeke Michels , 25.02.2015 19:34

Hallo!

Sehe ich auch nicht so düster. Im Bekanntenkreis hat ein milttlerweile 10-jähriger gerade sein recht großes Interesse für die 1250er entdeckt. Im Urlaub an der Küste. Da wird meinerseits nun natürlich ordentlich nachgekartet und immer wieder mal etwas hingeschickt. Man sieht: Präsenz der Modelle ist wichtig!
Die Rohlinge stellt Herr Marquardt in Kassel ja glücklicherweise schon einige Jahre zur Verfügung. Ich weiß noch, als ich mal gefragt hatte danach, weil ich die ganzen schönen Passagierschiffe aus der Zeit des WK I nicht einfach grau überpinseln wollte. Beim nächsten Mal waren sie dann alle dort und meine WK I - US Navy erfuhr einen ordentlichen Aufschwung an Transportraum.
Was mich in diesem Zusammenhang noch umtreibt sind die CSC- / Carat-Modelle. Wunderwunderschön, keine Frage. Aber ich bin da mittlerweile raus. 300,- € für nur ein einziges Modell will ich einfach nicht investieren. Hier wären abgespeckte Versionen a la Scherbak am Markt doch bestimmt keine Fehlplatzierung dachte ich bei mir. Aber das passt halt nicht so wirklich in die Modellphilosophie. Zudem: wenn ich mir eine Carat-Fähre neben eine von sagen wir Rhenania Junior stelle und dann ohne die ganzen hochfeinen Drahtgeflechte vorstelle... so viel besser ist das dann nämlich nicht mehr und entsprechend müsste die Preisgestaltung ausfallen. Vllt ein weiteres Contra-Argument?
Hin und wieder mal einen Rohling finde ich durchaus brauchbar. Und Kassel ist dafür doch schlicht ideal. Wer so etwas haben möchte wird dann damit für sein Erscheinen vor Ort belohnt. Find ich gut!
Ein Gesamtangebot in Form von Fertigmodell und Rohling hingegen brauche ich persönlich nicht. Hätte eh nie die Zeit dazu und so gut wie die Profis bemale ich nun beileibe nicht.

Soweit mein Senf dazu.

Viele Sammlergrüße,

Thorsten F.


Der Jammer mit der Menschheit ist, daß die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel. (Bertrand Russel)


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#9 von proflutz , 25.02.2015 21:50

Meinte natürlich TRIANG als Einsteigermodelle.


 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#10 von Bazinga , 26.02.2015 15:38

Nach meinem Dafürhalten haben die meisten Jugendlichen spätestens ab 11 Jahren (außer Fußball) kaum noch echte Hobbies! Das liegt einerseits oft an der Schulzeitverkürzung auf 12 Jahre ( G8-Schulreform) und der damit einhergehenden größeren Tagesbelastung (bis zu 35 Wochenstunden Unterricht!). Andererseits bietet die virtuelle Welt schnell und ohne Mühe die vielfältigsten Daddel-Variationen und das neueste Smartphone ist ein wichtiges Statussymbol.
Wenn es vorrangig eine Preisfrage wäre, jungen Nachwuchs für Schiffsmodelle zu begeistern, dann müssten sich die Bausätze von Revell in 1:1200 je besonders gut verkaufen. Dies ließe sich ja evtl. durch eine Anfrage feststellen; ich glaube aber nicht daran.

Freundlich grüßt Bazinga



 
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RE: Rohlinge zum supern produzieren

#11 von NagatoUwe ( gelöscht ) , 28.02.2015 16:11

Hallo in die Runde,

hier also mein erster Kommentar im Forum.

Zum Thema: Ich halte das Erstellen bzw. das Vertreiben von Rohlingen für überflüsig. Natürlich wünscht sich jeder von uns Sammlern, Spitzenprodukte zum Ramschpreis. Doch wie das tolle Filmchen von Optatus über die Herstellung ihres neuen Tankers zeigt, hat der Aufwand und die viele (Hand)Arbeit seinen Preis. Um aus Rohlingen aber ein Endprodukt (die Frage wäre dann noch, wieviel günstiger ist dann ein guter Rohling?) zu erstellen, bedarf es Gerätschaften (Airbrush etc.), die richtigen Farben, Platz und Raum für die Arbeiten und natürlich auch eine große Portion Geschick. Und ich glaube nicht, dass es mit dem Bemalen allein getan ist. Antennen, Masten, Geschütze, Kräne und/oder andere diverse Ausrüstungsgegenstände müßten vermutlich auch noch angebracht werden. Rechnel man alles zusammen, geht das mit dem erhofften Preisvorteil schnell in die Brüche.
Das in diesem Zusammenhang mitschwingende Thema, wie man den Nachwuchs an die 1200/1250er ranführen kann, möchte ich wie folgt kommentieren: Für Jugendliche ohne eigenes Einkommen ist der Einstieg in eine Sammlerkarriere nahezu aussichtslos. Bei einem Wochentaschgeld zwischen 5,- und 15,- kommt man da nicht weit. Allerdings glaube ich, dass man durchaus schon ein Pflänzchen in die richtige Richtung setzen kann. Hier können die bereits angesprochenen Modelle von Revell, aber auch das Basteln von Modellen in anderen Maßstäben hilfreich sein. Hauptsache, die Sprößlinge entwickeln ein Interesse an See- bzw. Schifffahrt und/oder Marine. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

Gruß in die Runde

NagatoUwe



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