Wasser im Diorama

#1 von Sunseeker , 09.11.2015 16:57

Hallo zusammen,

nachdem jetzt hier schon einige sehr schöne Dioramen vorgestellt wurden, würde mich mal interessieren, wie ihr das Wasser "angefertigt" habt. Insbesondere bei den KJK Dioramen oder dem von Jan Cux hat mir das Wasser sehr gut gefallen. Ich überlege auch öfter mal mich an ein Diorama zu wagen, scheue mich aber immer vor dem wasser ;-) Evtl kann ja der Ein oder Andere hierzu einen Tipp geben.



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RE: Wasser im Diorama

#2 von Wendenburg , 09.11.2015 19:24

Hallo,

um das Wasser darzustellen habe ich in einem Baumarkt Farbe für Bilder gekauft. Mit Hilfe der Farbtafel wurde die passende Farbe ausgewählt. Als Vorlage diente mir die Aufnahmen von Wasser aus der Nähe von Cuxhaven mittels Google-Maps. Die Google-Maps Aufnahmen habe ich mit der Farbtafel der Firma Lukas Cryl Studio abgeglichen und die Nummer 4758 Grüne Erde ausgewählt. Die Farbe wurde mit einem Pinsel auf eine Holzspannplatte aufgetragen und nach dem abtrocknen mit Lukas Nummer 2267 Kristallgel die Oberfläche mit einem kleineren Pinsel wellenartig strukturiert. Das Kristallgel ist glasklar und hochglänzend.


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RE: Wasser im Diorama

#3 von Jan Cux , 09.11.2015 21:33

Hallo,
also ich habe wie bei allen meinen verwendeten Texturen auch den Kartendienst bemüht. Bei meinem Containerterminal habe ich mir ein Stück Wasser aus Bremerhaven ausgesucht, ausgedruckt und eine Wasserfolie drüber. Da war ich allerdings mit den Schneidekanten, die man z.T sehen konnte nicht zufrieden. Bei meinem jüngsten Diorama habe ich aus diesem Grund aus der genannten Wassertextur im Photoshop eine meiner Meinung nach passende Farbe extrahiert und mir damit ein einfarbiges Poster bestellt. Das war von wirklich guter Qualität und ich hatte kein Theater mit den Kanten. Dann wieder Wasserfolie drüber und fertig.
Gruß
Jan Cux


 
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RE: Wasser im Diorama

#4 von Omega1250 , 10.11.2015 09:08

Moin, soviel Aufwand wie meine Vorredner betreibe ich bei der Darstellung von Wasser nicht und möchet auch dafür plädieren, den Aufwand lieber in die Detaillierung von Modellen zu investieren (ist nicht böse gemeint!!!).

Wasserfolien mag ich persönlich nicht, weil mir die Oberflächenstruktur zu gleichmäßig ist - ich habe seit Ewigkeiten so eine Folie ungenutzt bei mir rumliegen. Mir hat vor zig Jahren Andreas Prinz (Aquarius) den Tipp gegeben, es einmal mit Stabilit Express zu versuchen und ich benutze es heute noch. Obwohl es relativ schnell trocknet, kann man während der Abbindephase doch noch recht gut die Oberfläche modellieren. Allerdings sollte man das auch ein bischen üben. Erstmal getrocknet fräse ich dann die Rumpfform meines Modells in die Oberfläche und bemale diese mit Acrylfarben, eigentlich immer speziell zusammengemischt, von Vallejo. Wichtig dabei ist, zum Schluss mehrere Schichten 'Gloss Varnish' aufzutragen, damit die Oberfläche den notwendigen Glanz erhält. Man muss auch hierbei bedenken, dass in unserem Maßstab die Glanzpunkte nicht zu heftig werden, weil es dann schnell unrealistisch wirkt.
Für den Farbton bemühe ich auch gerne Google Maps oder Farbfotos. Wer mehr von mir sehen möchte, kann gerne hier nachschauen: Beispiel 1 Mittelmeer, Hafen von Alexandria im Sonnenlicht. Das Wasser ist ruhig und strahlt smaragdgrün oder hier Beispiel 2(ganz nach unten scrollen) Großbritannien, Western Approaches vor Liverpool, das Wasser ist dreckig Grau und trübe.

P.S. Mir fällt da noch mein guter Bekannter Thomas Schröder ein, der mal ein besonders tolles Diorama von der Landung von Saipan 1944 gebaut hat mit fantastischer Wasserdarstellung, er beschreibt dort auch, wie er es gemacht hat. Hier der Link <klick>


Grüße vom Deister, Peter Ohm
______________
ich habe jetzt auch eine eigene Webseite: miniships1250


 
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RE: Wasser im Diorama

#5 von Florian Österreicher , 10.11.2015 11:33

Bei der Darstellung von Wasserflächen gibt es wohl unendlich viele Herangehensweisen - von aufgerollerter Wandfarbe, über gestipptes Acryl, Aquarellpapier, den bereits angesprochenen Folien, transparentes Resin, Glasplatten und Acrylgel zu den all-in-one- Lösungen von Faller, Busch, Noch, woodland Scenics und co...........
Also eine eigene Wissenschaft für sich, bei der wohl jeder die für ihn selbst passende Lösung finden muss. Und mal ehrlich - eine unnatürliche Umgebung lässt das schönste Modell lächerlich wirken.

Ein -> Compendium zu unterschiedlichen Methoden findet man im ship model forum (Englisch). Nicht Alle Methoden sind gleich gut und nicht alle sollte man nachahmen, finde ich. Doch es sind wahre Meisterstücke darunter.

Soll das Schiff in Fahrt dargestell werden ist dieser -> Artikel von Donald C Simon eine große Hilfe. Generell empfiehlt es sich auch, bei Wellenmustern sehr genau nach Luft - und Satellitenaufnahmen zu arbeiten, es lohnt sich!

Maßstäbe auf diesem Gebiet setzen wohl die Dioramen von -> Kostas Katseas, der sehr großen Aufwand mit Wasserflächen aus Resin treibt. Ich vermute, dass auch KJK mit Resin arbeitet.

Meine bescheidenen Versuche zur Wassergestaltung sind übrigens -> hier zu finden.

Ich hoffe geholfen zu haben!

Florian


 
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RE: Wasser im Diorama

#6 von MichiK , 13.11.2015 11:03

Zitat von Omega1250 im Beitrag #4
Moin, soviel Aufwand wie meine Vorredner betreibe ich bei der Darstellung von Wasser nicht und möchet auch dafür plädieren, den Aufwand lieber in die Detaillierung von Modellen zu investieren (ist nicht böse gemeint!!!).

Na ja, manchmal darf auch das Wasser das Hauptmotiv sein. So wie gerade erst in Telford gezeigt:
->Telford 325
->Telford 015
->Telford 301
(Allerdings hätte ich da sowohl auf die Helos als auch auf die eingelassene Plakette verzichtet).

Aber ja, man sollte sich immer vorher darüber im Klaren sein, was mein eigentlich will. Ist das Schiffsmodell das uneingeschränkte Hauptmotiv, dann bildet das Wasser (die Umgebung) nur den Rahmen - und genauso wie bei einem Gemälde, sollte der Rahmen natürlich nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als das Bild selbst.

Michi


ROMANES EVNT DOMVS!


 
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RE: Wasser im Diorama

#7 von Hai , 08.01.2017 19:39

Dank an alle für die vielen Tipps und Tricks!
Mir schwebt für meine Modelle jeweils ein transparenter Sockel in Wasserfarbe (blau-grün) vor, auf dem ich die Modelle platzieren kann.
Vielleicht so etwas wie eingefärbtes Gießharz (Name fällt kir momentan nicht ein), dessen Oberfläche ich irgendwie wellenartig modllieren kann.
Evtl. in wenigen "genormten" Größen, so dass ich diese Sockel aneinander stellen kann und so eine durchgehende Wasseroberfläche darstellen kann.


 
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RE: Wasser im Diorama

#8 von Hai , 08.01.2017 21:10

Habe eben Acrylgel für Wasser gefunden:
http://www.wettringer-modellbauforum.de/...&threadID=43588

Hat jemand Erfahrungen damit gemacht? Mich würde auch interessieren, wie man die Wellen mit so einem Gel machen kann.


Freundliche Grüße von Hai

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RE: Wasser im Diorama

#9 von Florian Österreicher , 09.01.2017 09:43

Guten Morgen,

Das oberhalb verlinkte Modell der Costa Concordia stammt aus meiner Werkstatt, ebenso das Wasser. Über die Wassergestaltung können wir uns gerne außerhalb des Forums eingehender unterhalten. Hier gibt es übrigens noch weitere Gewäasser von mir zu sehen.

Alles Gute aus Wien,

Florian Österreicher


 
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RE: Wasser im Diorama

#10 von Hai , 09.01.2017 10:28

Servus Florian,

vielen Dank für Deinen Hinweis! Ich habe mir Deine e-Mail schon mal gespeichert und komme gern auf Dein freundliches Angebot zurück!
Nicht unbedingt sofort, weil ich evtl. noch weitere Infos erhalte.

Deine Kunstwerke beeindrucken mich sehr.


Freundliche Grüße von Hai

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