RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#16 von RG , 29.11.2017 17:43

Das angesprochene Projekt ist auf einen Weg gebracht,Zeitschiene und sonstiges bleibt aber offen. Ich werde mich einfach auch freuen,egal zu wann.



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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#17 von risawoleska , 01.12.2017 07:59

Lieber Dr. Grouls,
ich finde auch, daß Norbert mit seiner Antwort sehr recht hat.
Die Händler wissen es vermutlich am besten und sind ja auch diejenigen, die neben dem Hersteller das wirtschaftliche Risiko tragen.
Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, daß es meist richtig war, das zu bauen, was ich selber unbedingt wollte.
Mir sind dann auch bei abseitigen Schiffen erstaunlich viele Sammler gefolgt, die sich dann über ein mit Liebe gebautes und - wie ja zumindest ich fand - schönes Vorbild gefreut haben.
Und noch eine Beobachtung als Hersteller: Wenn z. B. drei Sammler sich ständig nach einem Modell erkundigen, neigt man dazu zu glauben, daß dieses Schiff ein Renner werden müsse.
Es kann aber auch so sein, daß es für dieses Modell dann genau drei Kunden gibt.
Ich würde bauen, was Sie bauen wollen - ich bin sicher, die Sammlergemeinde freut sich so oder so, wenn es wieder mal ein RG Modell gibt! Ich zumindest habe einige Kunden, auf die das zutrifft!

Liebe Grüße

Risawoleska


 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#18 von Karl , 02.12.2017 05:22

Guten Morgen,

Sorry, aber jetzt muss ich als Sammler mal mein Veto einlegen, insbesondere unter dem Eindruck eines offensichtlich nicht nur von mir so empfundenen sehr mauen Neuheiten-Jahr 2017:

Natürlich tragen wir Sammler im Gegensatz zu Herstellern und Händlern keinerlei Risiko (außer evt. dem Frust, wenn lang gesuchte Modelle wieder nicht erschienen sind). Dennoch sollte meiner Meinung nach nicht ganz außer Acht gelassen werden, dass wir Sammler es sind, welche Bau und Handel mit Schiffsminiaturen mit unseren Käufen letztendlich bezahlen.

Natürlich waren Schiffsminiaturen, zumindest in den letzten 30 Jahren, die ich überblicken kann, immer schon ein Anbietermarkt: Es gab zu kaufen, was gebaut wurde. Das war lange Zeit aber auch egal, da es genug Anbieter gab, und es wurde immer genug gebaut, und die Wünsche fast aller Sammler zu befriedigen. Das wird aber mit einer sich ständig verringernden Anzahl aktiver Anbieter langsam anders.

Um die oben genannte Meinung mal mit Absicht ganz provokant auf die Spitze zu treiben. Zunächst: „Ich baue, was ich will, und irgendein Depp wird sich schon finden, der es kauft. Und sei es aus Frust, weil es nichts gibt, was er wünscht“? Oder als Folge: „Sammler, Du bist selber schuld, wenn nicht gebaut wird, was Du wünschst, da Du ja nicht kaufst, was ich baue“? Wie gesagt, nur mal als theoretisches Gedankenspiel konsequent Zuende gedacht.

Wenn dann gleichzeitig hier im Forum
- auch von Herstellern Gift und Galle gegen neue Herstelltechniken gespuckt wird, die aber offensichtlich Sammlerwünsche befriedigen,
- immer mehr Beiträge über selbst an die individuellen Wünsche angepasste Modelle gepostet werden,
- und sich die geäußerten Sammlerwünsche von einzelnen Schiffen hin zu ganzen Schiffsklassen verschieben, welche als Neuheiten fehlen,
scheint der Anbietermarkt hier langsam an den Wünschen der Sammler vorbei zu gehen. Mit allen daraus resultierenden negativen Folgen, insbesondere weniger Verkäufe und damit weniger Umsatz für Hersteller und Händler.

Eine Patentlösung habe ich auch nicht. Die Lösung von Norbert, die Händler zu fragen erscheint mir auch als die sinnvollste. Die werden sicherlich wenigsten die Richtung weisen können. Wobei ich aber auch hier eine gravierende Unsicherheit sehe: Händler können nur mitteilen, was sie verkaufen, verkauft werden kann nur, was gebaut wurde, und ob das was gebaut wurde auch das ist, was die Sammler wünschen, ist die Frage.

Ich hoffe nur, dass die weniger werdenden Hersteller sich thematisch so breit aufstellen, dass regelmäßig für jeden etwas dabei ist.

Viele Grüße

Karl


 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#19 von Pisces , 02.12.2017 06:49

hallo Forum,

ein nicht angesprochener Aspekt :
wenn ich als Sammler hinter einem bestimmten Schiffstyp hinterher "dibbere" und es nicht produziert wurde,
was in meinem Falle schon häufiger vorkam bzw. vorkommen wird,
erhob ich mich aus dem Sessel, schmiss Google an , suchte nach Abb. und Daten, ging in meine Bastelwerkstatt und versuchte mich an einem Eigenbau.
Ist gar nicht all zu schwer, wenn man keine zwei linken Hände hat, und mit der Zeit sogar erlernbar und dabei zudem dann sehr befriedigend.
Da die Miniaturen recht klein sind benötigt man nicht all zu viel Platz für eine gut eingerichtete Bastelecke.

Ich denke es ist ein geben und nehmen zwischen dem Sammler und Produzenten, letztgenannten ich als Künstler seines Faches erhebe,
und dem nun mal "vom Sammler Publikum" seine Freiheiten eingeräumt werden sollten.
Dabei ist es natürlich für den Sammler wünschenswert wenn der Produzent auf die Wünsche eingeht um so sogar sein Einkommen zu steigern.
Kurzum geben und nehmen wie man ja schön aus der Diskussion um RG`s Modellangebot ersehen kann lässt sich auf dieser Plattform
in Zukunft von Fall zu Fall tatsächlich verwirklichen ?
Es ist daher sinnvoll in einer Sparte Modellwünsche der Käufer zu offerieren vielleicht sogar gleich verbunden mit einem Verweis auf Daten & Bilder,
die dann ev. von Produzenten aufgegriffen werden !?

Gruß
Christian



 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#20 von proflutz , 02.12.2017 09:07

Auch wenn vielleicht wieder aufgejault wird.: Da meine Bastelfähigkeiten limitiert sind, freue ich mich, dass bereits Dutzende Modelle, die mir fehlten, auf persönliche Anfrage bei 3D-Anbietern binnen Tagen bis Monaten in meist guter bis akezpbtabler Qualität erhältlich waren. Natürlich muss man qualitativ gewisse Abstriche machen und noch selber bemalen und/oder bemasten und/oder geringfügig bearbeiten. Gegenwärtig sind so 371 Modelle im Maassstab erhältlich, davon viele, die es noch nicht gab, oder lange vergriffen sind.
Natürlich ist ein RG-Modell eine andere Liga und wird gekauft, wenn es thematisch passt,



 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#21 von RG , 02.12.2017 10:12

Etwas wird gerne vergessen.Nämlich die heute mehr denn je nötigen Unterlagen. Früher hat es durchaus gereicht ,ein Foto dreidimensional werden zu lassen,
hat durchaus ansprechende Modelle ergeben ,es gab sie wenigstens.
Dann wurden Pläne benutzt ,zT riesige Werftpläne oder planähnliche Zeichnung zT in 1250 oder 2000 .Jetzt ist man durch das hohe Angebot bzw sonstige Möglichkeit des Internet schon in einer vermeintlich besseren Lage,ist aber nicht wirklich so,nicht jeder findet in diesem Medium alles ,was er braucht.Das Material für den Bau eines Riesen-Kreuzfahrers stellt dann neue Herausforderungen bzgl Umsetzung in 1250.

Kurz ,das schiere Vorhandensein eines umsetzbaren Planes kann schon den Entschluss zum Bau beeinflussen .So kommen Serien mit unterschiedlichsten
Vorbildern zustande.
Das andere ist dann das Abarbeiten bestimmter Sammelgebiete durch den Hersteller,wie zB Navis/Neptun oder zB AL mit Bundesmarine usw.Ich glaube nicht,
daß ein Sammler die Genauigkeit von Lückenschließ-Modellen dann wirklich hinterfragt,man ist ja nur froh.Vor sehr langer Zeit habe ich mit CM in Kassel mal
kurz gesprochen über fehlende Modelle.Insbesondere KAISER FRIEDRICH ,der damals letzte im Modell fehlende AtlantikSchnelldampfer. Tja ,es fehlen die
Unterlagen.Habe geraten(weil mir das Modell gewünscht) das Modell einfach zu machen ,auch mit dem nur wenigen damals verfügbarem Material.Sollte
sich jemand daran stoßen,weil er in seinem riesigen Privatarchiv alles liegen hat,auch gut.Nur her damit ,beim der nächsten Form kann man das ja dann
alles berücksichtigen.

Für manche Hersteller ist dann auch noch der Sammler Nebensache, 1250 ist nur eine passende Grösse (Stapellaufpresente usw)

Fazit: für jeden Hersteller ,der von der Modellherstellung leben möchte/muß gibt es viel zu beachten,eine Auflistung von Wunschmodellen ist nicht
wirklich hilfreich,es muß auch umsetzbar sein.

Ich habe meine Modelle glücklicherweise nur im Hobby/Sammlerbereich angesiedelt,musste nichtmal selber giessen.Beim Fertigstellen der Rohlinge habe
ich mir dann sehr oft gedacht,niemals beruflich !! Und ,was tue ich mir da eigentlich an: Urmodell bauen,das Giessen bezahlen (immer irgendwie trotzdem
als Bittsteller),ggf Preisnachlässe beachten,Verpacken,Verschicken.

Irgendwann ging die Freude am Ganzen wegen diverser Querelen dann auch verloren ,jetzt ist wieder ein Bisschen zurückgekehrt,obwohl ich mich eigentlich nur noch mit der
Pflege meiner eigenen Vitrineninhalte beschäftigen wollte.

Und dabei kam mir der Gedanke ,einmal eine Frage zu stellen….

PS: neue Modelle in der RG Sere wird es nicht geben , aber ich versuche ,etwas dann Greifbares auf den Weg zu bringen.



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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#22 von Karl , 02.12.2017 15:09

Interessantes Thema, ich bin leider aus Zeitgründen erst etwas später dazugestoßen.

Thema „Selber-(um-)bauen“: Ist ja richtig, ich bin selber, wenn auch teilweise der Not gehorchend, damit angefangen. Mit zunächst bescheidenen Ergebnissen, aber ich hoffe auf Erfahrung. Aber Sorry, dann hätte ich auch bei 1:87 bleiben können. Abgesehen davon waren die Augen vor 25 Jahren doch etwas schärfer und die Finger noch etwas ruhiger. Das Schöne am 1:1250 ist nun mal, dass man fertige Modelle zum Genießen, Analysieren, Betrachten und eben Sammeln bekommt. Und das weitaus besser als jedes Bild in einem Buch in einem Regal!

Thema Pläne: Ja, ist auch richtig und wichtig, insbesondere für die „Preis 1 Modell = Preis 1 Woche Palma de Mallorca ***“-Hersteller. Aber sonst? Ich erinnere mich, dass ein Hersteller eine Verzögerung eines Modells damit begründet hat, dass er keine Freigabe zum Bau durch die Marine von XXXX hatte. Hallo? Ich möchte mit meiner Sammlung nicht den 3. Weltkrieg auslösen und nicht tausende von Arbeitsplätzen der Werften der Originale gefährden. Ich möchte einfach nur ein ansehnliches und die wesentlichen Eigenschaften des Originals wiedergebendes Abbild des Originals in unserem Maßstab haben. Abgesehen davon, dass ein Abbild (wie bei einem Gemälde) sowieso immer von der Interpretation des Künstlers abhängt, und diverse Hersteller möchte ich wirklich als Künstler bezeichnen.

Wir können sicherlich alle etwas dazu beitragen, wenn auch hier im Forum etwas mehr zwischen „absolute Spitzenklasse“, „durchaus akzeptabel“ und „absolut nicht mehr akzeptabel“ unterschieden wird. Wenn es keine Pläne gibt, dann wird das Modell so gebaut, wie es die bestehenden Informationen sowie Kenntnisse über das thematische und zeitliche Umfeld hergeben. Manchmal bis häufig besser als gar nichts.

Viele Grüße

Karl


 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#23 von Christian , 02.12.2017 16:25

Karl hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass die Verkaufszahlen auch nicht so aussagekräftig sind, wie man das vielleicht annehmen würde. Zahlen verführen uns immer gerne dazu, sie miteinander zu vergleichen, aber man muss aufpassen, dass es nicht die sprichwörtlichen Äpfel und Birnen werden. Verkaufszahlen sind nur aussagekräftig hinsichtlich dessen, was bereits angeboten wird. Aber es stimmt auch, was Risowaleska gesagt hat: Bloß weil 3 Leute nach einem Modell fragen, heißt das nicht, dass es auch mehr als genau diese 3 Leute kaufen würden. Deshalb denke ich, dass die Frage nach der Nachfrage zwar berechtigt und wichtig ist, aber dann auch wieder nicht überbewertet werden sollte. Letztlich wird man nur dann genau wissen, wie gut sich ein Modell verkauft, wenn man es angeboten hat. Wollte man dies vermeiden, müsste man eine Art "production-on-demand" machen, also das Modell ankündigen und dann warten, bis eine gewisse Zahl an (verbindlichen) Vorbestellern vorstellig geworden ist. Ob DAS dann wirklich sinnvoll ist? Zumal die Vorbesteller ja dann auch schon den Preis wissen müssten und am liebsten bereits ein Bild (z.B. des fertigen Urmodels) sehen würden... ich glaube, das würde dem Hersteller letzten Endes mehr schaden als nutzen. Da fährt er vermutlich besser, wenn er das Risiko einfach eingeht und ein Modell baut, dass er selber gerne hätte. Dann hat es ihm wenigstens Spaß gemacht und er hat es für sich. Davon leben, also die Herstellung professionell betreiben, kann man auf diese Weise aber freilich auch nicht. Ein klassisches Dilemma?

Der von Pisces vorgeschlagene Weg, als Sammler einfach selbst zum Bastler (oder, wenn es gut aussehen soll, zum richtigen "Bauer") zu werden, ist für mich genauso wenig gangbar wie für manch anderen hier: Keine Zeit, kein Platz, kein Talent (ja, ich weiß schon, mit Übung wird man besser, aber ich kann es nur wiederholen: Keine Zeit! Und letztendlich auch keine Lust, wenn ich basteln wollte, wäre ich bei den Revellbausätzen geblieben...). Nein, ich will nicht selber basteln. Wenn es ein Modell nicht gibt, dann habe ich es eben nicht. Damit muss (und kann) ich leben. Das heißt aber nicht, dass ich das Modell nicht kaufen würde, wenn ein Hersteller es anbieten würde. Ob dieser Hersteller das Modell dann auch an jemand anders losbringt, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Was also soll der Hersteller machen? Die Leute wollen seine Modelle, aber jeder will ein anderes. Die scheinbare Lösung wäre ja, mehr Modelle zu machen und diese dafür in geringerer Qualität, aber da werden sicherlich einige aufheulen (aber nicht alle, wie man an den Shapeways-Modellen sieht, und mal ehrlich: Früher, als es viel mehr Hersteller gab, war doch auch bei weitem nicht jeder so hochwertig wie heute, oder?). Ich kann nur für mich sprechen und mein Vorschlag ist, es so zu machen wie früher: Mehr Modelle von mehr Herstellern (auch Shapeways) bei mehr Mut zu Qualitätsunterschieden und dafür auch mehr Bandbreite im Angebot. So kann der eine Hersteller sich darauf berufen, nur High-End-Produkte nach Originalplänen (und dafür zu höchsten Preisen) anzubieten, während ein anderer Hersteller sich ganz klar dazu bekennt, seine Modellpallette weniger akurat (also auch mal nur nach einem verwischten Foto mit geschätzten Maßen), aber dafür billiger und vielfältiger aufzustellen. Der High-End-Hersteller wird natürlich mehr von den Kundenwünschen abhängen als der andere, der durch die Masse etwas auffangen kann. Aber jeder Hersteller muss für sich selbst einen Platz in diesem Markt finden, es können nicht alle den selben einnehmen wollen.



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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#24 von RalfW , 02.12.2017 19:22

Top Christian,
den Nagel voll auf den Kopf getroffen!!
Gruß Ralf


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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#25 von Puch500 , 02.12.2017 20:06

Hallo,
jetzt muß ich auch mal meinen Senf dazugeben.
Ich habe als Sammler und Modellbauer angefangen. Bis vor 2 Jahren habe ich nur Modelle in größeren Dimensionen (vor allem M 1:100, 1:32 , 1:350) gebaut.
Die 1250er habe ich eingekauft. Da ich nur österreichische Schiffe sammle ist die Auswahl beschränkt , auch die Hersteller kann man an einer Hand abzählen.
Durch die Ausstellung von der Schlacht von Lissa 2016 und den damit verbunden fehlenden Italienischen Schiffsmodellen bin ich auf die Idee gekommen die Modelle zu bauen.
Holzurmodelle neben Metallgußmodellen gefiel mir nicht, also mußte eine Gußform her. Wenn ich das schon habe , konnte ich mehrere davon herstellen und verkaufen um die Formen zu finanzieren (gibt keinen Stress mit der Regierung). Jetzt wurden Ideen für die nächste Ausstellung geboren und ich muß wieder Modelle herstellen.
Wie von Christian gesagt, meine Modelle kann ich meistens nur nach Fotos und Dimensionen herstellen, von den Schiffen gibt es keine im Moment greifbaren Pläne. Sollte jemand mir mit einen Plan kommen, bin ich gerne bereit, das Modell zu ändern, aber es kommt leider keiner.
So suche ich seit ca 4 Jahren den Plan bzw Fotos vom "Johann Strauß" II und zwar die Innenansicht vom Erste Klasse Salon und Rauchsalon . Den Rest habe ich großteils. Selbts die Werft Linz konnte oder wollte mir nicht helfen.
Das Problem der Stückzahlen kenne ich, zB die kleinen Frachter der Ungaro-Croatia gehen überhaupt nicht; da ich sie selber brauche , stört es mich nicht, brauche ich weniger zu fertigen. Allerdings die Finanzierung der Form müssen dann andere Modelle übernehmen. Bei mir kein so Problem, ich lebe nicht davon, sondern betreibe das als Hobby. Sobald man das Herstellen gewinnbringend machen muß , sind die Stückzahlen natürlich ausschlaggebend. Für Keinserien lohnt sich das, von den Kosten für das verwendete Material abgesehen nicht. Die Zeit die man hineinsteckt, von der Recherche für das Urmodell , Herstellung desselben, Formenbau, Guß und dann Nachbearbeitung und Bemalen der produzierten Stücke. Je mehr Details desto mehr Zeit brauche ich für das Urmodell und dann auch für die fertigen Modelle, jedes Detail, bzw Pinselstrich kostet Zeit und damit Geld wenn es professionell gemacht wird. Nicht jeder kann so wie ich, am Arbeitsplatz, wenn gerade nur Telefondienst ist ein paar Modelle bemalen.
btw auch ich bringe ein paar englische Frachter aus dem WKI in der nächsten Zeit raus. Allerdings nur nach Abmessungen und Fotos gebaut.
Liebe Grüße aus Wien
Fritz



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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#26 von Christian , 02.12.2017 22:53

Danke für die Zustimmung. Ich möchte noch hinterher schieben, dass mein Vorschlag natürlich nur funktionieren kann, wenn auch die Hersteller von einfacheren Modellen anerkannt und respektiert werden. Wie man bei Shapeways gesehen hat, ist dies leider keineswegs so selbstverständlich, wie es sein sollte. Aber wenn ein Hersteller sich bewusst für geringere Detailtreue oder auch für Vereinfachungen an seinen Modellen entscheidet, um so mehr und/oder billiger anbieten zu können, dann ist das sein gutes Recht, schließlich ist ja auch niemand gezwungen, die Produkte zu kaufen. Wenn dieser Hersteller dann aber unter dauerndem Rechtfertigungsdruck steht, kann ich verstehen, dass er gar keine Lust hat, sich mit der Sammlergemeinde abzugeben, und dass sich auch keine weiteren Hersteller finden, die bereit sind, Modelle zu diesen Konditionen anzubieten. Die von Karl angesprochene andauernde Reduzierung des Angebots ist eine logische Folge und wird zweifellos auch ihren Teil zum Rückgang der Nachfrage beitragen, den manche immer wieder sehen, zumal ja gleichzeitig die Preise steigen. Es muss einfach möglich sein, dass High-End- und Low-Quality-Hersteller nebeneinander existieren und von allen Herstellern und Sammlern respektiert werden. Deswegen braucht ja niemand gleich das nächste Billigmodell zu kaufen, aber es ist auch einfach ein Gebot der Höflichkeit, dass er darauf verzichtet, sofort ein Schimpftirade über diesen "letzten Ramsch" von sich zu geben. Man kann ja auch schlicht sagen, dass einem hier die Detailtreue nicht hoch genug ist. Oder man sagt zur Abwechslung einfach mal gar nichts.

Ich jedenfalls freue mich, dass es noch Hersteller gibt, die bereit und in der Lage sind, ein Modell auch einfach mal nach ein paar Fotos und Längen/Breitenangaben zu machen, und ich möchte wetten, dass diese Modelle ihre Freunde finden werden. Ob viele oder wenige, das weiß ich nicht, aber ihre Berechtigung werden sie ganz sicher haben.



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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#27 von proflutz , 03.12.2017 08:20

Ich fürchte, die 10 Shapeways-Anbieter, die ausser Stephan von MoM wohl alle nicht aus Deutschland kommen (England, viele USA, Holland, Japan, Ungarn, etc.), interessieren sich gar nicht sooo für die Diskussion hier im MR, auch wenn ich einigen den Link geschickt habe. Die gucken wahrscheinlich eher darauf , ob sie einige Modelle verkaufen können. An den Likes und an der Bereitschaft, jeden Monat ca. 20-30 neue Modelle herauszubringen, kann man folgern, dass Nachfrage da ist. Um auf das topic zurückzukommen, die meisten Modelle dort sind von Nachkriegs- oder aktuellen Vorbildern, 1. und 2. WK sind ganz gut vertreten, die Zeit davor und Segelschiffe praktisch gar nicht, und natürlich zu 90% Graue.



 
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zuletzt bearbeitet 03.12.2017 | Top

RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#28 von Thomas V. , 03.12.2017 09:34

Moin !


Äh, wie war die Frage nochmal ????

Thomas


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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#29 von Claudius , 03.12.2017 13:43

Auch Moin,
und genau wie mein Vorredner: Wie lautete die Frage ?
RG wollte wissen: "Also, was ist so "in" heutzutage ?"

Schöne Diskussion hier, die nur wieder zeigt "Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall", oder : jeder mag (ein bischen) was anderes !
Was jeder mag ist bis auf wenige Beiträge aber weiter unklar!

Ich schlage vor: jeder gibt in einer neuen Diskussion mal sein "WUNSCHMODELL(E)" ein, am besten eine ungefähre Jahreszahl vorangestellt. Ich fange mit meiner Liste unter "1905 Alte Russen" gleich mal an. Was wünscht Ihr Euch/ Sie sich ?? Mal sehen, ob ein Hersteller reagiert !



 
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RE: Welcher Bauzeitraum ist heute gefragt ?

#30 von Christian , 03.12.2017 14:28

Nachdem RG mitgeteilt hatte, dass er das angesprochene Projekt auf den Weg gebracht hat, schien das ursprüngliche Thema nicht mehr ganz alleine ausschlaggabend zu sein. Aber ich empfand die weiteren Beiträge als durchaus anregend und habe deshalb etwas mitgegrübelt.

@Wunschmodelle: Gerne. Wobei ich ja im Sommer meine Wünsche bereits kund getan habe und darauf auch ein sehr positives Echo bekam. So gesehen erscheint es mir fast etwas aufdringlich, mich da jetzt nochmals zu wiederholen. Aber eine kurze Zusammenfassung kann ich wohl schon abgeben und dabei vielleicht noch etwas konkretisieren.

Immerhin zeigt meine Erfahrung vom Sommer aber, dass die Hersteller (ich benutze bewusst die Mehrzahl) auf sowas gut und gerne eingehen. Somit lohnt es sich für den Sammler also absolut, seine Interessen mitzuteilen. Da dies aber trotzdem längst nicht alle Sammler tun, bleibt das so entstehende Bild der Nachfrage für die Hersteller leider lückenhaft, aber manchmal ist ein lückenhaftes Bild ja auch besser als gar keines, und eine Anregung, Ahnung oder Richtung kann sich ein Hersteller (und jeder, der einer werden möchte) auf so einer Wunschliste sicherlich holen.



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