Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#1 von Omega1250 , 07.01.2016 21:19

Moin,

in einem anderen Thread hat uns die Frage bewegt, wann kamen eigentlich die weißen Ringe auf die Turmdecken der Großkampfschiffe, Decks von Kreuzern usw.? Um dieses Thema etwas tiefer zu betrachten habe ich diesen neuen Thread aufgemacht.

Meines Wissens nach, leider finde ich momentan nicht die Quelle, existiert eine allgemein verbindliche Anweisung ungefähr ab Oktober 1916 für die Einführung der weißen Kreise als Fliegersichtkennung auf Turmdecken usw.

Das erste Vorkommen eines weißen Ringes habe ich aber schon auf Turm Anton von SMS Sydlitz auf der Rückfahrt nach der Schlacht am Skagerrack gefunden. Das Bild ist unter anderem hier zu finden <klick> (Photo #: NH 59637>. Offensichtlich hat man schon vorher damit experimentiert.

Besonders interessant fände ich es, Fotos von Großkampfschiffen zu entdecken, die sowohl noch Torpedoschutznetze, die wurden ja bekanntermassen unmittelbar nach der Skagrakschlacht entfernt, als auch weiße Ringe auf den Turmdecken zeigen.

Wer weiß was und kann weiter helfen?


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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#2 von RG , 07.01.2016 21:44

Na dann schreibe ich schnell auch hier etwas: in anderen Foren wurde berichtet: Großmodell wohl in Wilhelmshaven der Oldenburg mit Netzen und Kreisen.Angebl lägen auch Fotos vor von Kaiser Klasse ebenso ,wie natürlich auch ohne Netze . Scheint insgesamt die Übergangszeit zu sein,ich denke ,die Luftschifffahrt der Marine (über See) hat auch
erst so richtig Mitte 1915 ca zur Notwendigkeit einer Fliegerkennung geführt.Danach dann Einführung bis hin zu kleineren Kriegsschiffen,angebl sogar später auch U-Boote.Beleg?

im anderen thread habe ich ja einige Bücher bereits empfohlen,dort kann man -wenn auch in s/w - deutlich zB die roten Schornsteine und die roten schrägen Turmvorderseiten
erkennen. Kreise öfters auch mal auf schwarzen Turmdecken ,die anderen gleichzeitig auf eher dunkelgrau.Manche Kreise waren oval,das weiß ist unterschiedlich kräftig dargestellt,auch mal achtern grau (durch Qualm?).Derrflinger hat 4 Kreise ,sonst auch mal nur einer pro Schiff auf dem Foto vorhanden.

Mein Fazit: Jedenfalls 1916 bereits vor Skagerrak waren die Kreise zur Fliegererkennung vorhanden,also ggf auch in Kombi mit den Netzen..Ob flächendeckend ,bleibt unklar.
Mangels vorliegender "Dienstanweisung".Vielleicht hat die ja jemand im Fundus ?!


Ach ja,bisserl off topic: ,Grüsse aus dem Deister … da war ich ziemlich oft im Schullandheim ,Nienstedt.



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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#3 von Omega1250 , 07.01.2016 22:54

So, jetzt habe ich den Thread aus einem anderen Forum gefunden, wo über weiße Ringe und rote Schornsteine bei der Skagerakschlacht debatiert wird. Leider ist das Forum bereits geschlossen und wird wohl bald ganz zugemacht. Darum sollten Interessenten schnell nochmal vorbeischauen. Es sind dort einige interssante Beiträge und Meinungen zu lesen.

Hier der <Link>


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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#4 von RG , 08.01.2016 16:45

Rote achtere Schornsteine sind sehr schön auf einem Bild auf Schillig Reede zu sehen im engl Buch German Battlecruisers of WWone.

Also werden einige Vorschriften (auer Sichtweite von Land) nicht so eng ausgelegt worden sein .


Für 1250er Modelle denke ich ,sollte man sich nicht strengst an Vorschriften und komplexe Bauzustände halten müssen,aber die Abkehr von den T-netzen ist eine
gewisse Cäsur bzgl den Markierungen (Turmdecken/Schornsteine). Aufgefallen ist mir noch,daß die roten Schornsteine nach 1916/17 auf Photos nicht mehr wirklich auftauchen,
anscheinend recht unnötig bei den Unternehmungen in der Ostsee.

PS: die Forumsbeiträge aus dem Kaiserliche Marine forum sind bei allem hick/hack recht interessant.Aufgefallen ist mir beim Foto der Kaiser-Klasse (vorkriegs,ohne Netze und
mit Schornsteinringen) die Anbringung von Rechteckflössen an der Turmseiten.Hätte ich eher ab 1916/1917 angenommen.



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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#5 von Matthias Meier , 09.01.2016 01:02

Ein Foto von einem U-Boot mit Fliegererkennung bekommt man, wenn man bei Google-Bilder "UB68 1917" eingibt...



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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#6 von Manfred Grimm , 09.01.2016 12:54

Als Sammler der Schiffe der deutschen Kaiserlichen Marine habe ich mich, zur chronologisch richtigen Vitrinen-Präsentation der Modelle, diesbezüglich an den "Gröner" gehalten (Erich Gröner in "Die Deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 Band 1, Seite 16 unter "Farbanstriche" - "Fliegerkennung"- Zitat: "1916-1918 - Turmdecken oder Back schwarz mit (selten ohne) breitem weißen Ring; so auch noch manövermäßig bis 1939" (Ende des Zitats)
Freundliche Grüße aus der Nordheide
Manfred Grimm


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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#7 von Omega1250 , 26.01.2016 21:11

Moin,

ich bin mal wieder fündig geworden. Schaut mal hier <klick>, dass soll Lützow sein. Man sieht keinen Dreibeinmast und kann auch schemenhaft die Torpedoschutznetze sehen - und ganz deutlich dünne weiße Ringe auf Turm B und C!!! . Also ein weiterer Beweis für die weißen Ringe während der Skagerakschlacht.

Man kann sich das Bild auch in relativ großer Auflösung "Original (1630 x 1080) herunterladen, wenn man den Pfeil unten rechts anklickt.

Ich bin übrigens auf dieses Bild gestoßen, weil ich mal wieder auf Google nach SMS Lützow Bilder gesucht habe.

Nachtrag: Nachdem ich mir das Bild mal etwas genauer mit meinem Fotobearbeitungstool angeschaut habe, kommen mir erhebliche Zweifel an einem Originalbild. Bei einer gewissen Vergrößerung, Verstärkung der Kontraste und anderer Tricks erscheint es mir mittlerweile eher ein auf Alt getrimmmtes Modellbild eines Kartonmodells der Lützow zu sein.

So kann's gehen, wenn man erstmal nur sieht, was man sehen will.


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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#8 von Mathias , 27.01.2016 08:35

Moin,

ein kurzer Blick auf das Foto erhärtet den Verdacht, dass es sich um ein Modell-Foto handelt...Man beachte die Schatten. Die Lage der Schatten auf dem Schiff und die beim Wellengang passen nicht zueinander. Wellen und Schiff haben sozusagen je eine eigene Lichtquelle. Zwei Sonnen....


Schöne Grüße

Mathias


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RE: Fliersichtkennungen der Kaiserlichen Marine

#9 von Omega1250 , 29.02.2016 12:54

Moin,

es gibt Neuigkeiten!!!

Ich verfolge schon seit einiger Zeit einen Thread in The Ship Model Forum über SMS Lützow, wo auch das Thema der Weißen Ringe zur Zeit der Skagerrakschlacht behandelt wird. Neben diversen sehr guten Beiträgen von Eric Bergerud und Christian Hoeltge zeigt dieser am Ende der von mir verlinkten Seite 2 qualtitativ sehr gute Fotos von SMS Derfflinger direkt nach der Schlacht in Wilhelmshaven mit noch blockiertem und beschädigtem Turm Dora und Torpedoschutznetzen, die den auch später so geführten schmalen Ring auf Turm Dora zeigen. Zudem läßt die weiße Oberfläche eines Entfernungsmessers auf Turm C darauf schließen, dass auch dieser mit einem weißen Ring versehen war.

Weiterhin wird in diesem Thread ein Bild von Derfflinger wärend der Fahrt von Wilhelmsaven nach Kiel zur engültigen Reparatur gezeigt, wo alle 4 Türme schon dieselben Ringe zeigen, wie man sie auch von späteren Luftaufnahmen der Derfflinger kennt.

Hier nun der Link: <klick>


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