Neuheit November 2017 SMY 68 Capella 1942 AK 13

#1 von Hjalmar Heinen , 12.11.2017 14:33

Endlich, nach viel zu langer Zeit kommt in den nächsten Tagen wieder ein Modell von Saratoga Model Shipyard zu den Händlern. Es ist der "Hog Isländer" Capella, AK 13, Zustand 1942, ein Navy-Versorger.

Der Name Hog Isländer kommt von der Werft in Hog Island auf der das Schiff gebaut wurde. Heute liegt der Flughafen von Philadelphia auf dem ehemaligen Gelände der Werft. Die Werft ist eine der vielen (Wahnsinns-) -Geschichten des 1. Weltkriegs. - Spätestens mit der Versenkung der Lusitania durch ein deutsches U-Boot 1915 war der US-Regierung klar, daß ein Kriegseintritt der USA auf Seiten Großbritanniens unvermeidlich sein würde. Mit immer mehr deutschen U-Booten war auch klar, daß viel Schiffsraum für Transporte über den Atlantik benötigt würde. Also wurde das Shipping Board gegründet. Das Board konstruierte ein schnell zu bauendes, einfaches Frachtschiff für den erwarteten Bedarf. - Nur, es gab in den USA nirgends genügend Werftkapazität, um die bis zu 1.000 angedachten Schiffe bauen zu können. Also wurde die American International Shipbuilding at Hog Island, mit 50 Helgen die damals größte Werft der Welt, gegründet. Als das erste Schiff fertig war, war der 1. Weltkrieg vorbei und der Shipping Board hatte viele überflüssige von US-Steuerzahler bezahlte Frachter, die so recht niemand haben wollte. In Summe wurden 122 Hog Isländer gebaut. Mancher Helgen wurde nur 1 x genutzt.

Jetzt kommt die Navy ins Spiel: Die Erfahrungen der Weltumrundung der "Great White Fleet" 1905/7 und die Einsätze in Europa im WW 1 hatten den Bedarf an Hilfsschiffen ( deutsch gerne "Troß-Schiffe" ) gezeigt. Die Navy hatte zu wenige oder veraltete. Den Congress um viel Geld für neue Hilfsschiffe zu bitten, war nach dem Ende des Kriegs völlig unmöglich. Dann erinnerte man sich an die Hog Isländer, zwar keine Schiffe auf dem neuesten Stand der Technik, aber neu und robust... und billig. Die Navy kaufte 26 Schiffe für noch nicht einmal 50% der Kosten eines Neubaus. Die Navy ( US-Steuerzahler ) sparte Geld auf Kosten des Shipping Board ( auch US-Steuerzahler )....

Eines der Schiffe ist unsere Capella. Sie wird im Dez. 1921 in Dienst gestellt und sofort nach San Diego verlegt. Dort ist sie eines der vielen "Arbeitstiere" der Navy. Im Okt.1923 bringt sie mit viel öffentlichem Aufsehen gespendete Hilfsgüter nach Yokohama für die Erdbebennopfer im Raum Tokyo. Ab Sept. 1924 träumt die Capella in Reserve bis Nov. 1938 vor sich hin.

Wieder ins Dienst bringt sie viele Versorgungsgüter nach Alaska - die USA rechnen bereits zu dieser Zeit mit einem Angriff Japans und sehen vor allem Alaska bedroht. Juli und Augsut 1940 wird des spektakulär: Unsere Capella zieht das 10.700 Tonnen New Orleans Schwimmdock durch den Panama Kanal bis nach Pearl Harbor. Der Schlepper USS Navajo, AT 64, hilft bei der 44 Tage dauernden Reise ( Durchschnittstempo 4,5 kn.). Es folgen viele Transportaufgaben. - Am 9.April 1942 liegt unsere Capella in Narragansett Bay, R.I., als sie von einem Übungstorpedo von PT 59 getroffen wird. Es gibt 8 Verletzte. Das Schiff wird in der New York Navy Yard repariert. - Im November 1945 wird die Capella außerdienst gestellt. Sie wird im Okt. 47 an H.H.Buncher verkauft und bei Boston Metals Baltimore, MD bis Juli 1948 abgewrackt.

Hjalmar Heinen


Dateianlage:
SMY 68 Capella 1942.pdf

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