Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#1 von Karl , 17.10.2017 16:30

Hallo,

mal eine technische Frage: Wenn ich größere Teile von Zinnmodellen absägen möchte, Beispiel siehe Foto:



Entweder die gesamten Aufbauten ab dem Rumpf von achtern gesehen vom Hubschrauberhangar bis zum Hauptmast (roter Kasten), oder
nur die Aufbauten über dem ersten Deck über dem Rumpf von achtern gesehen vom Hubschrauberhangar bis zum Hauptmast (blauer Kasten),
und das Ganze bitte so, dass ich anschließend sowohl das Modell aus auch die abgeschnittenen Teile ohne größere Nacharbeit weiter verwenden kann. Wie und mit welchen Werkzeugen macht man so etwas?

Viele Grüße

Karl


 
Karl
Kapitän
Beiträge: 469
Punkte: 3.277
Registriert am: 21.12.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#2 von RG , 17.10.2017 17:33

In der Regel benutze ich die Laubsäge,es geht aber manchmal auch die mini-mot kleine Trennscheibe.Wichtig ist klarerweise das Schleifen,
also absolut glatt. Sollte dabei zuviel Material "verschwinden an einem Teil : mit Sekundenkleber auf passendes plastic-sheet kleben und rundherum sauber schleifen.



RG  
RG
Kapitän
Beiträge: 824
Punkte: 5.089
Registriert am: 13.08.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#3 von Omega1250 , 18.10.2017 10:04

Hallo Karl,

Zuest würde ich die Farbe erstmal komplett entfernen und den Teil, den du absägen und wieder verwenden willst, erstmal versäubern(entgraten, feilen, schleifen etc.). Das geht in diesem Stadium besser, weil du es am Modell viel besser halten kannst.

Kommen wir nun zum Abtrennen: Der Schnitt sollte irgendwo zwischen der roten und blauen Linie erfolgen und nach beiden Seiten genug "Fleisch" belassen - zum Versäubern komme ich noch. Zum Sägen würde ich das Sägeblatt(ohne Griff oder Bügel) einer kleinen, laubsägeähnlichen Säge benutzen, wie man es in jedem Baumarkt bekommt. Es verbiegt nicht so schnell und gibt dir ein gutes Gefühl für den Arbeitsvorgang. Du kannst es hier <klick> auf dem vierten Bild zwischen Schere und den Skalpellen sehen.
Den Dremel würde ich hier definitiv nicht einsetzen, da die Befestigungschraube einen gewissen Abstand zum Deck erfordert, was nicht immer passt. Und beim Dremel kommt es gerne mal zum Blockieren des Blattes oder unkontrollierten Bewegungen, die zu Beschädigungen am "Restmodell" führen - ist mir alles schon passiert!

Ist dieser Schritt vollbracht, würde ich mir am Mast die Unterkannte markieren, ob mit einem (Filz-)Stift und/oder schmalen (Tamiya)Tape, bleibt dir überlassen. Jetzt kannst du mit einem Dremel und Sägeblatt überflüssiges Material entfernen und den "Feinschliff" mit einer Flachfeile durchführen.

Das Restmaterial am Rumpf kann man dan getrost ebenfalls mit Dremel und Sägeblatt und/oder diversen Fräskopfen(Dentalzubehör!!!) bearbeiten. Zum Schluss folgt auch hier wieder der Feinschliff mit der Flachfeile.

Noch eine Bemerkung zum Abschluss, egal wie sauber du gearbeitet hast, du wirst immer mit Fugen zwischen den Bauteilen konfrontiert werden. Diese kann man sehr gut mit Sekundenkleber Gel verfüllen. Leg dir dazu eine ältere gerade Skalpellklinge bereit. Dann fülle die Fugen mit Hilfe einer Stecknadel auf und entferne überstehenden Kleber sofort mit dem Skalpell, das erspart aufwendigere Nacharbeit. Eventuell mußt du diesen Vorgang wiederholen

Bleibt jetzt nur noch, dir gutes Gelingen zu wünschen


Grüße vom Deister, Peter Ohm
______________
... und hier findet man meine Modelle und mehr: miniships1250


 
Omega1250
Kapitän
Beiträge: 145
Punkte: 1.010
Registriert am: 30.07.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#4 von Karl , 21.10.2017 12:27

… Danke Peter, das hilft weiter!! Das Sägeblatt alleine ist ein super Hinweis.

Vorher Ablackieren ist klar, das war hier nur zur Verdeutlichung der Fragestellung. Bei meinem ersten, noch sehr holprigen Versuch, mit 1:87 Polystyrol Kenntnissen und Werkzeugen sich mal an 1:1250 Zinn zu versuchen, gab es doch diverse Probleme, mehr davon demnächst im HR. Vor dem nächsten Versuch wollte ich mein Wissen doch etwas erweitern.

Noch mal ganz konkret nachgefragt: Du sagst, zwischen der blauen und der roten Linie sägen. Die Fragestellung beim ersten Versuch war, das obere Deck inkl. Hauptmast und Schwalbennestern zu entfernen und 4 mm weiter vorne wieder anzukleben. Also die Decks ohne Kollateralschäden trennen, da beide weiter hätten verwendet werden sollen. Wo hätte dann der Schnitt sitzen müssen und wie hätte der ausgeführt werden müssen? Ich habe es mit meinen Kenntnissen nicht hinbekommen und daher die „Brutalo-Variante“, also rigoros abschleifen und neu aufbauen gewählt.

Viele Grüße

Karl


 
Karl
Kapitän
Beiträge: 469
Punkte: 3.277
Registriert am: 21.12.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#5 von RG , 21.10.2017 15:23

Neuaufbauen ist oft der bessere Weg, das schafft Übung für immer weiter gehende Umbauten.Bis irgendwann mal zum kompletten
Ur-Modell.



RG  
RG
Kapitän
Beiträge: 824
Punkte: 5.089
Registriert am: 13.08.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#6 von Omega1250 , 21.10.2017 18:49

Zitat von Karl im Beitrag #4
… ... Noch mal ganz konkret nachgefragt: Du sagst, zwischen der blauen und der roten Linie sägen. Die Fragestellung beim ersten Versuch war, das obere Deck inkl. Hauptmast und Schwalbennestern zu entfernen und 4 mm weiter vorne wieder anzukleben. Also die Decks ohne Kollateralschäden trennen, da beide weiter hätten verwendet werden sollen. Wo hätte dann der Schnitt sitzen müssen und wie hätte der ausgeführt werden müssen? ...


Ohne Kolateralschaden geht's nicht! Das Sägen wird immer einen Spalt von mehreren Zehntel Millimeter produzieren - und wenn du noch nicht geübt bist, bedeutet hier ein schräger Schnitt weiteren Substanzverlust.

Also mußt du dich entscheiden, was du erhalten willst, den Mast mit seinen Details, oder das Deckshaus. Ich würde den kompletten Mastaufabu erhalten und den Schnitt durch das Deckshaus wählen. Dieses kann man nacher mit einem Stück Plastik leicht rekonstruieren. Am besten reichlich Kleber verwenden und etwas überquellen lassen und das Plastikteil auch großzügig dimensionieren. Wenn alles trocken ist, kannst du mit der Feile alles "passend" machen. Das gibt dann schöne homogene Übergänge und kostet den wenigsten Aufwand.

Allerdings mußt du die Datails am Aufbau, Schotten usw. ergänzen.

Wie bei mir so ein Umbau aussieht, kann man hier bei meiner Jervis am achteren Deckshaus sehen <klick>.

Ich hoffe, das hat nochmal geholfen.


Grüße vom Deister, Peter Ohm
______________
... und hier findet man meine Modelle und mehr: miniships1250


 
Omega1250
Kapitän
Beiträge: 145
Punkte: 1.010
Registriert am: 30.07.2014

zuletzt bearbeitet 21.10.2017 | Top

RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#7 von Karl , 22.10.2017 07:30

Guten Morgen,

nochmal Danke für die Antworten! Sorry für das genaue Nachfragen, aber ich möchte, neu in dem Maßstab und dem Material, nach meinen ersten Erfahrungen erst mal ein Gefühl dafür bekommen, was überhaupt möglich ist, bevor ich mir Gedanken darüber mache, warum was bei mir nicht klappt.

Auch wenn es bei mir sicherlich beim „hier und da mal etwas Basteln“ bleiben soll, die Perfektion von Peter strebe ich nicht an und werde die sowieso nie erreichen.

Ich bin übrigens beim Stöbern nach verwendbaren Bauteilen bei meinem Standard-Bastelausrüster (www.panzerfux.de) auf einen evt. interessanten Lieferanten gestoßen: Weinert-Modellbau. Hat weitgehend Teile für die Modelleisenbahn, aber auch Drähte und Seile aus Messing und Stahl, von 0,1 – 0,8 mm, sowie sehr brauchbares Bastelwerkzeug.

Viele Grüße

Karl


 
Karl
Kapitän
Beiträge: 469
Punkte: 3.277
Registriert am: 21.12.2014


RE: Frage zum Bearbeiten von Zinnmodellen

#8 von RG , 22.10.2017 09:04

Ja und auch die Fa. Rai-Ro (Versand). Aber glücklicherweuse oft auch auf Plastik-Modellbau Ausstellungen um München.Da bekommt man auch Plastik sheets in verschiedensten Ausführungen sowie Plastik Profile.



RG  
RG
Kapitän
Beiträge: 824
Punkte: 5.089
Registriert am: 13.08.2014


   

Süd Amerika II umgebaut zu FLENSBURG (1)
KRI Oswald Siahaan

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 0
Xobor Ein eigenes Forum erstellen