REMO 60 - Eisbrecher ERMAK

#1 von Hannes , 13.06.2015 15:48

REMO 60 – Eisbrecher Yermak


Irgendwann wurde ein Modell des sowjetisch russischen Eisbrechers Yermak in einer undiskutablen
Qualität auf den Markt geworfen.
Um so erfreulicher, das die mecklenburger Werft Recknitz Modelle mit REMO 60 in ihrer Serie von Eisbrechern die Yermak nun in ihrer gewohnt qualitativ hohen Ausführung den Sammlern und Fans der eisgehenden Flotte ein Modell liefert welches in vielen Vitrinen seinen Platz finden wird. Maßhaltigkeit , Farbgebung , sogar die Beschriftung – also bei mir steht der Dampfer bereits neben seinen Kollegen aus allen Epochen und Ländern im Schrank.
YERMAK, im russischen ERMAK , Yermak Timofejewitsch ein russischer Kosaken-Ataman, lebte von 1525 bis 1585, leitete durch die von ihm befehligten Eroberungen östlich des Urals die Erforschung Nordasiens ein und gilt nicht nur in Russland als der Entdecker Sibiriens.
Der erste wirkliche Großeisbrecher der Welt, zu dessen Aufgaben ebenfalls die Entdeckung und Eroberung der sibirischen Nordküste gehörten erhielt 1899 den Namen ERMAK und war mit einer
Dienstzeit von 65 Jahren der Urvater aller modernen Eisbrecher.
Die hier vorgestellte ERMAK wurde als Erste einer Serie von drei Eisbrechern bei Wärtsilä in Finnland für die Sowjetunion gebaut. Mit den Schwesterschiffen ADMIRAL MAKAROV und KRASSIN war sie für den Einsatz im Fernen Osten und auf dem nördlichen Seeweg vorgesehen. Unter der Baunummer 398 lief sie 1974 vom Stapel und war mit Indienststellung 1975 bei einer Wasserverdrängung von 20247 t der größte diesel-elektrische Eisbrecher der Welt.
Bei einer Gesamtlänge von 134,85 m ist sie auf den Spanten 25,99 m und über Alles 26,07 m breit.
Der Tiefgang wird mit 10,96 m und die Seitenhöhe mit 16,72 m angegeben.
Die Antriebsleistung von 26 500 KW wird durch neun Dieselgeneratorsätze mit zwölfzylinder – zweitakt Sulzer Motoren vom Typ 12ZH40/48 von je 3385 kW erzeugt . Drei elektrische Fahrmotoren von je 8800 kW bringen die Leistung über direktgekuppelte Stahlpropellern, mit auswechselbaren Flunken ins Wasser. Bei Umdrehungszahlen von 180rpm erreicht der Eisbrecher eine Geschwindigkeit von 19,5 kn im freien Wasser und bis zu 5 kn beim Brechen von Festeis bis 1,5 m Stärke. Weitere sechs Hilfsdieselgeneratorsätze mit je 1126 kW liefern die benötigte Energie für den gleichzeitigen Einsatz von Schlinger- und Heelingsystem sowie der Kompressoren für das Luftblasensystem. Diese Systeme ermöglichen es dem Eisbrecher ein wesentlich effektiveres Arbeiten im Festeis und beim Losbrechen aus einer Warteposition. Das Luftsystem, eine Entwicklung der Finnen kommt auf diesen Schiffen das erste Mal zum Einsatz. Es wird die Reibung zwischen dem Eis und dem Schiffsrumpf durch das beim Aufströmen der Luftblasen mitgerissene Wasser wesentlich verringern und ist mit Düsen zwei Meter unterhalb der Wasserlinie vom Bug bis etwas weiter Achtern als Mitschiffs eingebaut. Unter guten Bedingungen kann die ERMAK unter Einsatz ihrer Hilfssysteme Festeis über 2,5 m brechen.
Um dem enormen Eisdruck bei Temperaturen bis – 50 °C standzuhalten wurde der Eisbrecher als Mehrabteilungsschiff, acht Schotten unterteilen den Rumpf in zehn Abteilungen, mit Doppelhülle bis zum Hauptdeck und einem Eispanzer von 54 mm starkem Spezialstahl ( der Atomeisbrecher LENIN hat 36 mm Eisgürtel ), gebaut.
Im schweren Eis oder Packeis kann der Eisbrecher mit seiner in den Aufbauten geschützt montierten Schleppwinde und einem Pfahlzug von 3100 kN jedes andere Schiff auf den Haken nehmen oder direkt an seinem Heck aus Gefahrensituationen bugsieren.
Um auch in der Polarnacht sicher in der Nähe anderer Schiffe arbeiten zu können wurde die ERMAK mit einer neuartigen Scheinwerfergeneration ausgerüstet welche eine Reichweite bis zu 6000 m und eine Sichtweite bis zu 50 km hat.
Für die Eisaufklärung stehen der Schiffsführung nicht nur modernste Eisradars zur Verfügung. Auch ein ständig mitgeführter und im Hangar untergebrachter Helikopter kann bei entsprechenden Wetterbedingungen zur Suche , Kommunikation und Versorgung eingesetzt werden. Meistens handelt es sich dabei um Mi-8 Hubschrauber. Es wurden aber auch schon Ka-27 auf den Schiffen
beobachtet.
Zum Laden und Löschen von Ausrüstung und Versorgungsgütern stehen Backbord und Steuerbord je ein zehn Tonnen Kran achtern auf Höhe des Flugdecks und je ein drei Tonnen Kran auf der langen Back des Vorschiffes zur Verfügung.
Die bis zu 120 Mann starke Crew wird in komfortablen, den harten Bedingungen der langen Navigationsperiode entsprechend ausgestatteten Kammern untergebracht. Sauna , Schwimmingpool, Fitnesraum und Kino sind auf den russischen Eisbrechern Standard. Durch Modernisierung und Automatisierung konnte die Besatzung mit den Jahren auf 90 Mann reduziert werden. Die freigewordenen Kammern werden nun von Wissenschaftlern genutzt.
Mit seiner Indienststellung 1975 wurde die ERMAK das Flagschiff der in Murmansk im Pazifik
stationierten Eisbrecherflotte welcher schon die großen Eisbrecher MOSKAU, LENINGRAD und WLADIVOSTOCK zugestellt worden waren. Im laufe des Jahres 1975 verlegte auch die ADMIRAL MAKAROV in den Fernen Osten und die Krassin folgte dann in 1976.
Die ERMAK war bis 2000 im Pazifik und auf dem Nördlichen Seeweg im Einsatz und wurde von der FESCO ( Far East Shipping Company ) am 09.August 2000 an ROSMORPORT übergeben.
ROSMORPORT benötigte den Großeisbrecher dringend um den Verkehr in der östlichen Ostsee
und den Fahrwasserstraßen nach Saint Petersburg und den neu entstandenen Häfen in der Nähe auch unter härtesten Winterbedingungen absichern zu können.
Im August 2014 war die ERMAK wiederholt für eine Modernisierung in der Werft in Saint Petersburg um so auch in den kommenden Eiswintern wieder zuverlässig ihren Einsatz anzutreten.



Hannes  
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zuletzt bearbeitet 13.06.2015 | Top

   

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