Meine Fährschiff Vitrine

#1 von Manfred Grimm , 23.11.2025 19:11

Liebe Sammler,

Fährschiffsminiaturen meines Sammlungsgebietes „Fährschiffsgeschichte“ präsentiere ich in der Vitrine unter folgenden sieben Themen:

1. Die Ro-Ro-Pioniere
2. Vom Passagier-Liner zur Tag- und Nachtfähre
3. Kurzstreckenfähren nach dem Zweiten Weltkrieg
4. Große Fähren für lange Strecken
5. Großblockprinzip und Jumbofähren
6. „Meeresautobahnen“ und Ro-Pax Fähren
7. Herausforderungen des Umweltschutzes

Einen thematischen und chronologischen Ansatz folgend werden der Sammlung nach und nach jedem Thema Modelle (sofern hergestellt) hinzugefügt, die die verschiedene Schulen der Fährschiffkonstruktionen, sowie bedeutende Schiffe (Schiffsarchitekten bezeichnen diese als „Referenzschiffe“) reflektieren. Die Darstellung beginnt mit Eisenbahnfähren und konzentriert sich anschließend auf die Entwicklung von Autofähren. Parallel dazu wird der Fokus von staatlichen und bahneigenen Schiffen, die den Transport von A nach B gewährleisten, auf den kommerziellen Sektor und die zusätzlichen Annehmlichkeiten von Fähren verlagert, die speziell für Freizeitfahrten konzipiert wurden. Sobald ein Sammlungsthema abgeschlossen ist, will ich es ausführlich ausarbeiten und im MR unter „Historische Beiträge“ einstellen. Hier, im MR unter „Sammlungen“, stelle ich lediglich die Neuzugänge mit Fotos und Kurzbemerkungen vor. Soweit meine Vorbemerkungen. Nun zu meinem Neuzugang, dem 1952 in Dienst gestelltem finnischen Kurzstrecken-Fährschiff BORE III (als Laiva-Miniatur [LAI 012] in meiner Sammlung).

Seit 1918 kooperierten die Finska Ångfartygs Aktiebolaget (Finnische Dampfschiffahrtsgesellschaft, kurz FÅA), gegründet 1883 in Helsinki, die Ångfartygs AB Bore, gegründet 1897 in Turku und benannt nach König Bore, dem nordischen Wintergott, sowie die Stockholmer Rederi AB Svea, gegründet 1872, bei der Bereitstellung von Dampfschiffen für die Routen Stockholm–Helsinki und Stockholm–Turku. Der gemeinsame Betrieb wurde unter dem Namen „De Samseglande Rederierna“ vermarktet.
Mitte des 20. Jahrhunderts verhinderte politische Instabilität die bedeutende Weiterentwicklung dieses Fährdienstes. Erst 1952, als der sowjetische Präsident Nikita Chruschtschow Finnland offiziell als unabhängige Nation anerkannte, konnten größere Investitionen in neue Schiffe in Betracht gezogen werden. Parallel zu den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki wurden drei neue Passagier- und Frachtdampfer gebaut – einer für jeden der drei Reeder (FÅA, AB Bore u. AB Svea). Diese Schiffe, die AALLOTAR (gibt es als Modell ebenfalls von Laiva, LAI 011), die BORE III und die BIRGER JARL, bedienten die traditionelle Nachtlinie vom Skeppsbron-Kai im Stockholmer Stadtzentrum zum neuen Olympia-Terminal im Herzen Helsinkis. Die drei Schiffe waren kleine Einschraubendampfer mit eher altmodischen Dampfmaschinen und begrenzten Passagier- u. PKW-Kapazitäten. Finnland war damals im Vergleich zu seinen nordischen Nachbarn ein relativ armes Land, und viele Finnen wanderten zum Arbeiten nach Schweden aus und kehrten nur zu Feiertagen und besonderen Anlässen in großer Zahl in ihre Heimat zurück. Für die baltischen Reiseveranstalter war diese Kundschaft zunächst wichtig, doch mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung Finnlands in den 1960er Jahren nahm auch der Touristenverkehr zu.

Die auf der schwedischen Oskarshamns Werft gebaute BORE III verkehrte im übrigen auf den Routen Åbo–Stockholm, Helsinki–Stockholm und Stockholm–Mariehamn. 1971 bediente sie die Strecke Helsinki–Leningrad. 1972 wurde die BORE III an Jakob Lines für deren Fährverbindung Jakobstad–Skellefteå verchartert. Nach dem Verkauf 1976 fuhr sie unter den Namen LOWELL THOMAS EXPLORER und ROYAL CLIPPER. 1982 wurde sie abgewrackt.
Das 91 m lange und 14 m breite Dampfturbinenschiff mit 15 kn Betriebsgeschwindigkeit bot Platz 417 Passagiere und 15 PKW, die per Kran be- und entladen werden mußten. Im vorderen Teil des Aufbaus befanden sich ein Speisesaal, ein Raucherraum und eine Bar für die Passagiere der Ersten Klasse, während im hinteren Teil ein Café für die Touristenklasse und ein Ruhedeck untergebracht waren. Der vordere Schornstein war eine Attrappe. Real befand sich in ihm eine für den Reeder reservierte Kabine. Die Bore III führte acht Rettungsboote mit, die jeweils 50 Personen fassen konnten, und ihr Bug war verstärkt, um auch mäßig dicke Eisschichten durchbrechen zu können.

Viel Freude beim Anschauen der Miniaturfotos und Grüße aus der Nordheide
Manfred Grimm






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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#2 von Manfred Grimm , 15.12.2025 19:48

Liebe Sammler,

anbei zwei deutsche Ro-Ro Pioniere aus einer Zeit, in der zwar die Eisenbahn schon eine bedeutende Rolle spielte, aber Pferd, Pferdekutsche bzw. Pferdewagen und noch nicht das Automobil den Individualverkehr dominierten. Unter anderem deshalb waren die ersten Ro-Ro Fährschiffpioniere Eisenbahn-Fährschiffe, wie die Vorbilder der unten abgebildeten Carlo Marquardt-Miniaturen FRIEDRICH FRANZ IV (Zustand 1903 zur Länderbahnzeit) und MECKLENBURG (letzter Zustand nach 1920, nachdem die Länderbahnen in die Deutsche Reichsbahn überführt worden waren).

Am 9. Dezember 1900 vereinbarten Dänemark und Mecklenburg die Einrichtung eines Trajektes über die Ostsee zwischen Warnemünde und Gedser (48 km) sowie den Bau von Fährschiffen und Fährschiffanlegern. Die FRIEDRICH FRANZ IV. und die MECKLENBURG wurden von der "Großherzoglich Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn“ bei der F. Schichau Werft in Elbing in Auftrag gegeben. FRIEDRICH FRANZ IV lief als erstes der beiden Fährschiffe vom Stapel. Sie war, im Gegensatz zur zweigleisigen Schraubenfähre Mecklenburg, eine eingleisige Schaufelradfähre und sollte im Sommer Reisezugwagen transportieren. Die Dänischen Staatsbahnen setzten das ebenfalls bei Schichau gebaute Schwesterschiff der FRIEDRICH FRANZ IV, die PRINSESSE ALEXANDRINE (die Hydra Miniatur (Hy 31) fehlt leider noch in meiner Sammlung), mit den gleichen Aufgaben ein. Neben den drei bei Schichau gebauten Fähren wurde als viertes Schiff die von der Helsingør Jernskibs- og Maskinbyggeri gebaute PRINS CHRISTIAN (Hy 32 – fehlt mir ebenfalls noch) von der DSB eingesetzt, die der MECKLENBURG ähnelte und schließlich die längste Dienstzeit aufwies, da sie noch auf der Nachfolgestrecke Großenbrode-Gedser bis 1954 als Reserveschiff eingesetzt wurde.

Viel Freude beim Betrachten der Bilder und Grüße aus der Nordheide
Manfred Grimm













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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#3 von Manfred Grimm , 26.12.2025 08:31

Liebe Sammler,
hier ein neuer Ro-Ro Fährschiffpionier meiner Sammlung, die DJURSLAND im Vorbildzustand des Jahres 1934.
Viel Freude beim Betrachten der Bilder und einen schönen zweiten Weihnachtsfeiertag.
Manfred Grimm







[[File:Djursland (I) 1934.docx]]


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Djursland (I) 1934.docx

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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#4 von Manfred Grimm , 11.01.2026 17:49

Liebe Sammler,
hier ein als krasser Gegensatz zum zuletzt vorgestellten Modell in diesem Thema. Zweiundneunzig Jahre liegen zwischen den Vorbildern beider Miniaturen.
Sammlungsgebiet ist zwar ebenfalls "Fährschiffgeschichte", Sammlungsthema allerdings nicht mehr "Die Ro-Ro Pioniere" sondern "Meeresautobahnen und Ro-Pax-Fähren".
Viel Freude beim Betrachten.
Manfred Grimm







[[File:Cruise Europa 2009.docx]]


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Dateianlage:
Cruise Europa 2009.docx
Angefügte Bilder:
MN 0018.5 Cruise Europa 2009.png  

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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#5 von Nordstern , 12.01.2026 11:22

Bei der interessanten Geschichte über die Djursland hat sich bei den Jahres Zahlen bestimmt ein Fehler eingeschlichen . Denn der zweite Weltkrieg war doch 1945 zu Ende . Nichts für Ungut , grüßt der Nordstern


 
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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#6 von Shiplover7 , 12.01.2026 12:42

Moin,
zur Djursland: lt. 'wrecksite' Verkauf 1942 nach Deutschland. Da nicht im Gröner, wahrscheinlich Organisation Todt.
September 1944 begann der sowjetische Angiff auf Nord-Norwegen.
'wrecksite' schreibt 'selbstversenkt' Ende 1944 im Repparfjord.
Das würde mit den deutschen Rückzugsbewegungen zusammen passen.

Herzliche Grüße


 
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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#7 von Manfred Grimm , 12.01.2026 13:54

Zitat von Nordstern im Beitrag #5
Bei der interessanten Geschichte über die Djursland hat sich bei den Jahres Zahlen bestimmt ein Fehler eingeschlichen . Denn der zweite Weltkrieg war doch 1945 zu Ende . Nichts für Ungut , grüßt der Nordstern


Lieber Nordstern,
danke für den Hinweis. Wo Du recht hast, hast Du Recht. Die falsche Jahresangabe im Beipackzettel des Herstellers hätte mir auffallen müssen. Und nach dem was ebenfalls dankenswerter Weise Shiplover7 geschrieben hat, ist vermutlich auch die 1946er Angabe falsch.
Viele Grüße
Manfred Grimm


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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#8 von Manfred Grimm , 12.01.2026 14:02

Zitat von Shiplover7 im Beitrag #6
zur Djursland: lt. 'wrecksite'


Lieber Shiplover7,
die Informationen aus "wrecksite" scheinen mir schlüssig zu sein, weshalb ich sie in meiner Word-Datei übernommen habe. Ganz herzlichen Dank dafür und
viele Grüße
Manfred Grimm


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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#9 von VAGEL GRIP , 12.01.2026 17:16

Hallo,
nach Theodor Dorgeist/Dr. Günther Meyer "Transportflotte Speer", 2018 Edition Erich Gröner - ISBN 978-3-9813904-5-2:
DJURSLAND ab April 1942 WIKING bei OT
WKING (1934 Nakskov, Nakskov Skibsvaerft, Baunr. 61 46,94x10,05mx2,83m, 416 PS 12 kn)
M/fe DJURSLAND Grenaa-Hundestdt Faerjefart A/S Greenaa
10.1940 Einsatz in Norwegen, 04.1942 OT als WIKING, 26.02.1943 Totalverlust durch Feuerunfall, ausgebrannt abgebrochen in Tromsö
Dabei ein Foto von E. Skjold
REINHARD


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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#10 von Manfred Grimm , 17.01.2026 19:45

Liebe Sammler,
heute erhielt ich von der Edition Erich Gröner das Buch mit dem Titel „Transportflotte Speer / Paramilitärische Transport- und Bauorganisation im Zweiten Weltkrieg und ihr Schiffsbestand“, mit Informationen und Fotos zur Organisation Todt und insbesondere zur DJURSLAND (1934). Anbei nun die Korrektur meines Beitrags # 3 in diesem Thema und zwei Fotos der Quelle, die mir bisher in meiner Schiffahrtsbibliothek fehlte.
Abschließend nochmals Danke an Reinhard und Shiplover 7 für ihre konstruktive Kritik.
Herzliche Grüße und ein schönes Restwochenende
Manfred Grimm

[[File:Todt 1.JPG|none|auto]]

[[File:Todt 2.JPG|none|auto]]

[[File:Djursland 1934.docx]]


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RE: Meine Fährschiff Vitrine

#11 von Manfred Grimm , 17.01.2026 19:52

Nun klappt es hoffentlich auch mit den Fotos und der Dateianlage





[[File:Djursland 1934.docx]]


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Dateianlage:
Djursland 1934.docx

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