Masten löten

#1 von Pisces , 08.06.2025 14:21

Hallo Forum,

Ihr kennt das sicherlich, nur mal kurz ein Miniaturschiffchen abstauben,
umräumen oder überhaupt mal in die Hand nehmen um es einem Sammlerkollegen zu präsentieren und
- pling - ein geklebtes Mastteil springt auf nimmerwiedersehen davon .

Spätestens nach Produktion einer Kleinserie der Quest (Jade J 23) war ich vom - pling - "bedient".
Die geklebten Metall Masten anzufertigen, dann mit zusammengerollten Segeln darzustellen,
zu bemalen und dann auch noch zu guter letzt transportsicher zu verpacken reichten mir.
So schön das Ergebnis auch war, der Weg zum fertigen Modell war stressig ...

Vor einigen Monaten erwarb ich auf dem Hamburger Sammlertreffen mehrere günstige Navwar Rohlinge von britischen und französischen Segelschiffen. Sie sind zwar sind nicht mein Sammelgebiet.
Aber besonders die HMS Shannon weckte mein Interesse, baute sie mir doch mein Vater vor einem halben Jahrhundert als unbemalt belassenenes Vollrumpfplastik Schiff von Airifx,
solche Miniaturen zu bemasten als reizvolle eine Erweiterung meiner bastlerischen Aktivitäten.
Die beiliegendenen mit Segeln dargestellten Masten jedenfalls waren nicht nur plumb sondern auch teils krumm und schief.
Die wollte ich natürlich gegen feinere Exemplare ersetzen, nur wie ? Wir unterhielten uns zum Thema Masten auch auf dem Sammlertreffen, Tenor : machbar aber schwierig !

Angeregt dazu besorgte ich mir Anfang des Jahres eine günstige Lötstation in der Bucht, Weichlötpaste von OBI und danach auf der EME eine präzise Zange zum Draht trennen und dünnes Lot 0.6mm (60% Sn 40% Pb).
Eine vorhandene feine Pinzette komplettierte die Ausrüstung.



Letzte Woche nun konnte ich bei einem Sammlerkollegen seine ersten gelöteten Masten bestaunen. Die sahen super aus und waren zudem robust gegen Berührungen ! Er stand vor der selben Entscheidung sein erworbenes Konvolut, Rohlinge von allerdings modereren Handelsseglern, zu bemasten.
Er hatte sich ein Holzbrettchen zurecht gemacht um die Teile beim löten zu fixieren.
Lesenswert dazu : ( HR 4/1992/93 Nr. 133 , Toiler: S.35/36 )
Mein Ehrgeiz war so entgültig geweckt.
Also fertigte ich mir die Tage nun auch so ein Brettchen an.



Ich begann mit Messing- und Kupferdrähten Masten und Rahen anzufertigen.
Kupfer hat allerdings den Nachteil sich zu verbiegen. Festerer Messing- und Neusilberdraht sind daher vorzuziehen.



Geduld und eine ruhige Hand besitze ich. Das löten ging einfacher als befürchet von der Hand.
Das Flussmittel zischte kurz auf und das Lot ummantelte wunderbar die beiden zusammengeführten Mastenden.
Klar hatte ich teilweise zuviel Lot an der Lötkolbenspitze,
zudem musste man natürlich auch darauf achtgeben bei nahe beieinander liegenden Verbindungen die zuzugeführende Hitze dosiert einzusetzen.
Ansonsten hatte man schnell zwei Lötungen vor sich...
Aber: learning by doing.

Hilfreich war das "Ablegen" einer Lotkugel auf dem Amboss meinens Schraubstocks. Ich konnte an ihr so tüpfchenweise Lot "anzapfen".



Das positive Ergebnis von dem weniger angewandten Lot sieht man bei den nachfolgenden feineren Masten für die Quest.







Ich möchte mit diesen Zeilen den ein oder anderen von Euch ermutigen das Thema Masten ebenfalls auf diesem Wege anzugehen.

Gruß
Christian



 
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zuletzt bearbeitet 08.06.2025 | Top

RE: Masten löten

#2 von Jochen Bonfigt , 13.06.2025 11:17

Hallo Christian, vielen Dank für die inweise insbesondere auch auf den Artikel im HR!
Werde mir das Thema mal dringend vornehmen. Mein Vater hat seinerzeit viele Masten gelötet für Mercator- und Hansa-Modelle, hab da leider damals nicht genug aufgepasst und mich mehr um das bemalen gekümmert. Ich hoffe bei einem der nächsten Sammlertreffen Ergebnisse zu sehen!


Jochen Bonfigt


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RE: Masten löten

#3 von Pisces , 05.04.2026 11:58

Hallo Forum,

Auslöser war die EME in Lingen am vergangenen WE. Dort erworb ich ua. eine neue Zange die sehr gut feinen Messingdraht sauber trennt.
Ich habe nun wieder motiviert zum Lötkolben gegriffen. Kassel ist ja nicht mehr fern .

Vergangene Woche traf ich mich mit dem Sammlerkollegen.
Wir tauschten uns aus und machten Probelötungen mit unseren beiden Ausrüstungen.
Das ganze war eine "win win" Aktion.
Mein Bastelkollege bestellte promt eine Lötstation nach meinem Vorbild da ihm die Aufwärmzeit seiner, ansonsten guten Lötpistole, störte.
Ich hingegen fand das Handling mit Gummiband , Zahnstochern und Fixierdrähten genial. Die Lötteile lassen sich so viel kontrollierter Ausrichten !
Das Löten bringt so mehr Spass und fühlt sich so nicht mehr wie eine anstrengenden Pflichtaufgabe an.




Das Lötbrett zeigt mittlerweile Abnutzungsspuren



Fixierung leicht gmacht



Ich habe mir eine Kerbe am Rand des Brettchens eingefügt.
Nun lässt sich eine Querfixierung von Lötteilen kontrolliert und sicher vornehmen.

Gruß
Christian



 
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zuletzt bearbeitet 05.04.2026 | Top

RE: Masten löten

#4 von Laiva , 05.04.2026 12:00

Kannst Du die anderen Bilder nochmal einstellen....das wäre nett! Danke schön...


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RE: Masten löten

#5 von Laiva , 05.04.2026 12:01

Sorry - jetzt sind alle Bilder bei mir da...ich nehme meine Kommentar zurück...


Laiva  
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RE: Masten löten

#6 von Rasmus , 13.04.2026 16:26

Hallo Christian,
mit großem Interesse habe ich Deinen Bericht über die Bemastung von Schiffen gelesen.
Auch ich bemaste meine Schiffe schon seit langen Jahren selbst und das klappt auch recht gut.
Vom System her arbeite ich wie Du.
Meine Masten bestehen, wie bei dir, auch aus gehärtetem Messingdraht, mit Draht aus Neusilber habe ich
noch keine Erfahrung gesammelt.
Als Lötunterlage dient bei mir allerdings eine Eisenplatte mit glatter Oberflächevon ca. 8X18 cm.
Für die Fixierung des Messingdrahtes nutze ich abgeschnittene Magnetstreifen aus einer alten Kühlschranktür.
Das klappt sehr gut da die Streifen ja auch etwas flexibel sind.
Bei meinem Seefalken (Achtermastantenne) mußte ich allerdings auf eine Holplatte zurückgreifen.
Fixiert habe ich dort mit Tesafilm, klappte gut.
Bei der Antenne für den Vordermast hätte ich diese per Sekundenkleber mit dem Mast verbinden müssen.
Es hat nicht funktioniert, so stößt man doch irgendwo an seine Grenzen.
Gruß,
Norbert


 
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