Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#1 von Manfred Grimm , 07.01.2021 17:59

Liebe Sammler,

viele halten die 1960 in Fahrt gekommene MS Pentelikon der Reederei Ferdinand Laeisz für das schönste aller Kühlschiffe, und das aus gutem Grund. Immerhin wurde sie von der renommierten 1860, mit der Zielsetzung Kunst und Wissenschaft des Schiffsdesigns zu fördern, gegründeten Londoner „Institution of Naval Architects“, zum weltweit schönsten Handelsschiff des Jahres 1960 gekürt. Ich weiß nicht, ob 1936 die American Reefer diese Auszeichnung erhielt, verdient hätte das Schiff sie. Ich halte sie sogar für noch Formvollendeter was Linienführung und weniger klobiger Schornstein im Vergleich mit MS Pentelikon betrifft. Kurzum, für mich ist der Lauritzen-Reefer der Schönste. Die Miniatur habe ich schon länger, weshalb sie sich in „Fahrt“ befindet, in der Sammlungsvitrine „Internationale Handelsschiffahrt“. Bald wird sie Gesellschaft bekommen, den Selma und Tanja Dan mit Astoria (ex. Selma Dan) und Samos Star (ex. Tanja Dan) sind eingetroffen, noch nicht in Fahrt, sondern auf Reede im „Willkommens Höft“. So nenne ich eine kleine Vitrine in meinem Arbeitszimmer, in unmittelbarer Nähe meines Schreibtisches. Hier stehen neu angeschaffte Schiffe so lange, bis ich mich einigermaßen „satt gesehen“ habe. Dann kommen sie in die Sammlung.

Viel Freude beim Anschauen und liebe Sammlergrüße
Manfred Grimm

Abbildungsfolge:
Ri-134a MS AMERICAN REEFER , Zustand 1940 (mit Neutralitätskennzeichnung)
Ri-580 SELMA DAN, Zustand 1964
Ri-580a ASTORIA (ex. Selma Dan), Zustand 1976
Ri-581 TANJA DAN, Zustand 1964
Ri-581a SAMOS STAR, (ex. Tanja Dan), Zustand 1976











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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#2 von Rathgeb , 07.01.2021 18:46

Wunderschöne Modelle, wunderschön fotografiert und präsentiert, ob in Fahrt oder auf der Willkommens-Reede. Danke!

Ohne jetzt daraus einen Kühlschiff-Schönheitswettbewerb machen zu wollen, entschuldige bitte, wenn ich deinen Thread missbrauche, um die Lanze für ein anderes Kühlschiff zu brechen, das mir besonders am Herzen liegt. Kühlschiffe sind für mich allgemein meistens wunderschöne Schiffe, denen man die Geschwindigkeit richtig ansieht. Die Risawoleska-Modelle werden diesem Aussehen immer gerecht. Mein Favorit ist schon länger ein Kühlschiff, das ich als einziges drei mal in meinen Kühlschiff-Sammlungen habe: die Biafra (später Bianca), die 1965 von Blohm & Voss, Hamburg, für die Martin & Cie in Le Havre gebaut wurde. Bei keinem anderen Kühlschiff ist für mich das Wort "schnittig" so treffend. Ich habe drei der Risawoleska-Versionen (siehe unten, von links nach rechts) im Ursprungszustand als Biafra der Martin & Cie (Ri 317), als Bianca im Charter von Laeisz (Ri 317a), sowie im Charter der Union Handel/Scipio (Ri 317d):



Ich muss allerdings zugeben, dass mir die Wahl immer wieder schwerfällt. Es gibt - wie oben erwähnt - enorm viele schöne Kühlschiffe, von denen Burkhard Schütt dankenswerterweise viele in Modellform abgebildet hat, sei es die der Blue Star Line (v.a. die Modelle von Risawoleska, Biedekarken und Michael Kelm), oder von Laeisz (Biedekarken), nicht zu vergessen die der Union Handel/Scipio (Risawoleska), und viele andere mehr.

Aber zum Glück muss man ja nicht wählen, man kann ja alle kaufen!

Liebe Grüsse,
Peter



 
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zuletzt bearbeitet 07.01.2021 | Top

RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#3 von Manfred Grimm , 07.01.2021 19:13

Lieber Peter,

danke für Deine Antwort und die Fotos der Biafra im Charter von Laeisz. "Schönheit" ist glücklicherweise immer eine subjektive Angelegenheit. Die Biafra im Charter von Laeisz befindet sich ebenfalls in meiner Sammlung. Was das Design dieses Schiffes betrifft, bin ich fast bei Dir, denn sie ist für mich das zweitschönste Kühlschiff, weil ich die Linienführung der American Reefer (besonders das Yacht ähnlich, spitz zulaufende und mit der Schräge des Bugs harmonisch korrespondierende Heck) gelungener finde. Aber wie geschrieben, alles letztendlich Geschmackssache. Auf jeden Fall sind beide wunderschöne Kühlschiffe.
Liebe Grüße
Manfred



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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#4 von risawoleska , 08.01.2021 07:33

Lieber Manfred, lieber Herr Rathgeb,
der Ausdruck "erröten" ist irgendwie aus der Mode gekommen.
Aber selbst als "abgebrühter" Mitfünfziger beschreibt das ungefähr den Effekt der jüngsten Beiträge auf mich.
Darüber habe ich mich wirklich gefreut - umso mehr, als ich gerade den nächsten "traumschönen" Reefer in der Mache habe.
Die "Biafra" hat mir jahrelang ein Herr Friedrich Wilhelm Kunze einzureden versucht - wie man sieht letztlich mit Erfolg. Wenn ich es richtig erinnere, habe ich allerdings, als das Modell fertig war, keine Resonanz mehr von ihm bekommen. Verliebt habe ich mich in dieses eigenwillige Schiff eigentlich erst beim Bau.
Anders bei der "American Reefer", die zu jeden Zeitpunkt, seit ich sie das erste Mal gesehen habe eines der schönsten Schiffe aller Zeiten für mich war.
Ich bin einfach - offenbar ähnlich wie Du, Manfred - anfällig für diese nach vorne gebürsteten Designs der dänischen Werften von den dreißigern bis in die siebziger.
Da fallen mir aber noch die genauso schöne Triologie um die "Brasilian Reefer", das Duo "Kronprins Frederik" und "Kronprinsesse Ingrid", das Stromlinienschiff "Prins Olav", die Serie um die "Arabian Reefer" und etliche andere ein.
Der Name "American Reefer" leitet für mich auf noch eine andere Sache über. Vor einigen Jahren war Michael Dollenbacher zu Besuch. Ein Rausch der Recherche und des Schiffsbuch-Guckens. Wir stimmten ziemlich darin überein, daß wir amerikanisches Handesschiffsdesign
a) unterschätzt
b) beide absolut toll finden.
Ein ganz besonderes Beispiel von enormer und geradezu gezüchteter (man kann fast sagen "überzüchteter" Schönheit eines Entwurfes -was wiederum fast un-amerikanisch ist, weil dort meist vor allem die klare Prosaik einiger Entwürfe überzeugt hat) war der Typ "American Racer".
Dieses Schiff erinnert sehr an die "Brasilinan/Mexican/Peruvian Reefer", ist aber noch viel eleganter im Rumpf, wobei ich mich hier frage, wo denn da die Fracht hingekommen ist. Ich glaube, es waren keine Kühlschiffe, daher habe ich die Schiffe noch nicht gebaut. Sollte aber. Es stehen vielseitige, kompette Unterlagen im Netz. Die Linienrisse sind fast schon theatralich. Ein unglaublicher Entwurf. Ich füge hier ein Bild ein. Ja, aktuell baue ich nun tatsächlich die "MInden" - nachdem ich von Michael Dollenbacher den Plan bekommen habe. Stefan Pless war so freundlich vom Projekt zurück zu treten und mir sogar die ihm gesendeten Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Das war überaus freundlich und entgegenkommend. Vielen Dank noch mal dafür. Die Minden habe ich erst spät auf den Schirm bekommen, vermutlich weil mir immer der Plan fehlte. Im Prinzip ähnelt sie sehr stark der "Elsfleth", hab aber mit einer ein halbes Deck höheren Brücke, deren Fenster nach vorne geneigt sind, dem optisch durchgeführten Schanzkleid am Bug wie ich meine eine ungleich bessere Balance. Je länger ich mir die "Minden" ansehe, umso mehr empfinde ich sie als eines der schönsten deutschen Kühlschiffe. Die "Polarstern" und "Polarlicht" gehören für mich auch dazu. Ansonsten gefallen mir zunehmend auch die nicht so gefälligen Designs. Seit vielen Jahren "Plan-los" verliebt bin ich in den Typ "Islas Galapagos" - habe mir aber die Zähne bei dem Versuch, Pläne zu finden, ausgebissen. Vielleicht zeichne ich mir selbst einen Plan. Ziemlich weit gekommen bin ich unterdessen auch mit dem Typ "Brunsbüttel" von 1963. Auch ein tolles Schif, welches mit der "Minden" die großen Deckshäuser gemein hat. So, genug geschrieben - ich will ja an der "Minden" weiterbauen.
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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#5 von Rathgeb , 08.01.2021 08:19

Lieber Herr Schütt,

erröten ist ja nicht verböten. (Entschuldigt alle den Kalauer!) Das Lob ist jedenfalls verdient, da wird niemand widersprechen... man merkt einfach an jedem Modell Ihre Liebe zu den abgebildeten Schiffen.

Die American Racer ist ja wirklich ein tolles Design, das den Namen "Racer" verdient. Sieht nach einem "Haben-Muss"-Modell aus, wenn es dann mal kommt, auch wenn es kein Kühlschiff ist (obwohl ich im Internet gelesen habe, dass der Frachtraum Nr. 2 voll gekühlt war, siehe post, auf englisch, eines ehemaligen Besatzungsmitgliedes:
https://www.shipsnostalgia.com/threads/s...nes-1964.11923/).

Ich habe mich - und das geht in keinster Weise gegen Stefan Pless - sehr gefreut, dass die Minden sich in die Reihe der Risawoleska-Kühlschiffe einreihen wird! Immerhin setzt sich ja so auch die Union/Scipio-Reihe bei Risawoleska von Bremerhaven, Vegesack und Elsfleth (sowie der Charterschiffe Bianca und Voce) fort. Die Minden hat bisher auch eine riesige Lücke bei den deutschen Kühlschiff-Modellen gebildet. Das Ri-Modell wird für mich wohl - das behaupte ich jetzt schon - ein Modell-Highlight des Jahres 2021.

Vorfreudige Grüsse aus dem kühlen Binnenland,
Peter Rathgeb


 
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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#6 von RG , 08.01.2021 10:49

Ich finde es wirklich super,daß es so viele Nischen gibt ,in denen man sich als Hersteller und (nur dadurch) auch als Sammler austoben kann.Bieten doch die Modelle oftmals den Anreiz ,sich mit der Geschichte (und den Geschichten) der zurückliegenden Jahre zu beschäftigen.
Es gab ja auch eine Zeit ,zu der die -ich sage mal die Jahre 1950-75 modellbauerisch beinahe übersprungen wurden,oftmals auf dem Münchner Sammlertreffen von Herrn Lorenz (Atlantik) angesprochen .Herr Lorenz hatte ja eine wirklich Riesen-Fotosammlung perfekt archiviert zusammengetragen.

Allein -vielleicht auch wegen der schwarz/weißen Zeiten - diese Zeiten waren damals anscheinend noch nicht reif.
Und anscheinend braucht es tatsächlich einen Hersteller ,der regelrecht in diese Zeit eintaucht...

An eines möchte ich aber trotzdem erinnern: es gab auch damals bereits schöne (oder schön hässliche) Vorbilder und Modelle,die zT uch etwas besonderes ausstrahlten ,irgendwie auch eine Seele hatten. Manchmal gelingt es sogar ,diese trotz der heutigen Ansprüche ,wieder hervorzuholen,das Modell
quasi zu reanimieren... So ging es mir öfters und gerade wieder mit der Lenin.Da wünsche ich mir sehr gerne dazu ein zeitgemässes Modell (passend
zur Arktika) ,was dann ja womöglich eine eigene Seele der "neuen 20 -iger in sich trägt.

Manchmal ist es aber auch schwierig,ein bereits vorhandenes Modell noch einmal aufzulegen,Was natürlich auch absolut verständlich ist ,besonders wenn es nur wenige Modelle gab. Zum Beispiel die Selma Dan in den Versionen. Toll ! Für mich bedeutet allerdings die Selma Dan von Vindobona
mehr als nur ein weiteres tolles Modell,sondern auch Sammlerhistorie auf einem auch damals bereits "liebevollem Niveau".

Meine eigene Lösung der vielen Seelen in meiner Brust ist die Zusammenpäsentierung der einzelnen Hersteller,ich führe also nicht Schiffstypen oder
Reedereien oder Länder ( bunt ja ,nur vor 45;immer bei grau)zusammen ,sondern Hersteller. Das erweckt auch in "nicht so dollen" (weil?)einfacheren
Darstellungsweise mit einem mal einen ungeahnten Charme,zB LH fällt mir da sofort ein.

Ja ,das ist ja das schöne ,wenn man bereits einige Jahrzehnte sammelt -und auch Liebhaber möglichst perfekter Miniaturen ist ,auch ausserhalb
der Schifffahrt. Man sieht alles auch aus der jeweiligen eigenen Sammelzeit und nicht nur die Epoche.
Darüber bin ich doch ziemlich (...!) glücklich.

Wie die Zeit vergeht ,habe ich auch jetzt wieder bei den Risawoleska Modellen gesehen,wenn man so die Listen/Darstellungen durchschaut.
Vieles hat mich seinerzeit nicht wirklich interessiert ,jetzt hängt man doch so manchem Modell hinterher. Aber ich habe ja auch nie nach Vollständigkeit
gesammelt.

Also ,Fazit zu meiner 2021er "Rede" : weiter so für Risawoleska beim Finden und Füllen von Nischen !
Und beim Implantieren von Schiffsseelen...

RG.
Manchmal gehen die Gedanken mit mir einfach durch ... wird Zeit das Lutz mir die Modelle schickt ,zum Beschäftigung...



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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#7 von Manfred Grimm , 08.01.2021 12:39

Zitat von Rathgeb im Beitrag #5
erröten ist ja nicht verböten. (Entschuldigt alle den Kalauer!)


Lieber Peter,
erlaube mir noch einen "draufzusetzen": wäre erröten verböten, wäre der Münchner Rundbrief kein FORUM. Warum nicht?
Ein kluger Kopf (leider fällt mir sein Name momentan nicht ein) sagte einmal, "wenn die Begriffe nicht stimmen, stimmen die Worte nicht. Und wenn die Worte nicht stimmen, kann kein Werk gelingen." Den Begriff FORUM erklärt der gute alte Duden mit den Worten "Öffentlichkeit", "öffentlicher Meinungsaustausch".
Bekanntermaßen dürfte es kaum etwas geben, was nicht verbessert werden könnte, dennoch meine ich, erneut durch die letzten schönen Beiträge von Dir, von Burghard und Rainer bestätigt, daß das Werk MR in toto recht gut gelingt. Und solange dies der Fall ist, macht es Freude hier mitzumachen.

Dir Burghard herzlichen Dank dafür, daß Du uns Sammler etwas in Deine "Töpfe" gucken ließest, was mich ebenfalls veranlaßt mit großer Vorfreude herzlich zu grüßen
Manfred



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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#8 von BVL Dock 5 , 08.01.2021 14:15

Zum Glück gibt es Modell-Werften wie Risawoleska, die uns Sammler mit unglaublich schönen Modellen erfreuen.
Ob Kühlschiffe, Fähren, Passagierschiffe, Frachter oder Tanker aus den 50-iger, 60-iger Jahren, alles wunderbare Abbildungen von
gelungenen Vorbildern, die es in dieser "Schönheit" heute nicht mehr gibt. Gerade diese Modelle, die so vielfältig sind,
wie es damals noch absolut normal war, sind bei mir jedenfalls die Hingucker in der Vitrine. Jedes ein Einzelexemplar höchster
Baukunst und Kreativität und nicht ein optimiertes Serienprodukt in verschiedenen Farben. Sicher gehören auch solche Container in meine
Vitrine, sie beeindrucken durch Größe und unglaublich hoher Modellbaukunst. Aber wirklich ästhetisch schön sind sie nicht mehr.
Lange Zeit waren meine Favoriten die Cap San-Schiffe der Hamburg Süd, wie die Cap San Diego, auch als Modell. Als die Peruvian Reefer
(Ri 69) als Modell in meine Sammlung kam, hatte ich ein neues Lieblingsmodell. Das ist schon länger her, aber reizvoll sind die
Kühlschiffe immer noch und auch ich freue mich auf die Minden. Übrigens , natürlich haben Schiffe eine Seele-ganz ohne Frage!


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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#9 von Manfred Grimm , 19.01.2021 17:56

Liebe Sammler,

die ELSFLETH von 1963 ist das Vorbild der schönen Risawoleska-Miniatur (Ri-117) meiner Sammlung aus der Vitrine Internationale Handelsschiffahrt.

Nein, nicht bei Rickmers in Bremerhaven, sondern in Brügge, bei Chantiers Navales de Flandres SA, lief dieses Schiff, getauft auf den Namen ONDINE, vom Stapel. Das geschah am 28. September 1961, als die unternehmerische Welt für Geschäftsleitung und Mitarbeiter der Brügger Werft noch in Ordnung war. Kurz danach kam das Unternehmen in so ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten, daß ONDINE für den Auftraggeber Bonaventura Soc. Maritima Financiera SA, Piräus nicht fertiggestellt werden konnte.
Jetzt kam Bremen ins Spiel. Nicht Werder, sondern Scipio & Co., dort spielt man nicht Fußball, man handelt mit Früchten, insbesondere mit Bananen im großen Stil und das schon seit 4. Juni 1902. Kaum zu glauben aber Tatsache, bis dahin war die heute für uns selbstverständliche Banane eine in breiten Bevölkerungskreisen nur wenig bekannte Frucht.
Mit der Firma Elders & Fyffes Ltd. in London, einer Tochterfirma der United Fruit Company (UFC) in Boston/Massachusetts/USA wurde ein Abkommen erzielt, daß der Banane über Großbritannien einen zukunftsträchtigen Markt in Deutschland erschloß. Der Erste Weltkrieg jedoch bedeutete für die verheißungsvolle Entwicklung zunächst ein jähes Ende.
1962, im Mai, wurde die Bremer Scipio & Co., neuer Eigner der ONDINE. Es folgte die Umbenennung in ELSFLETH und das Schleppen des unvollendeten Schiffes zur Rickmers Werft, Bremerhaven. Nach Fertigstellung übergab die Werft das Schiff am 20.3.1963 dem Eigner Scipio & Co. Sie war der 14. Reefer der Union Handels- & Schiffahrts GmbH, Bremen Scipio & Co. Fünf weitere sollten noch folgen.

Viel Freude beim Anschauen
Manfred Grimm





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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#10 von risawoleska , 20.01.2021 09:17

Lieber Manfred, wie immer wunderschöne Bilder. Ich danke ganz herzlich.


 
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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#11 von Manfred Grimm , 07.02.2021 11:56

Liebe Sammler,

nach so vielen Kühlschiff-Beiträgen zur Abwechslung ein Stückgutfrachter, die Flying Enterprise (Ri-029).
Liest man allerdings die Geschichte dieses Schiffes in dem Buch „Der letzte Mann der Enterprise“, von Klaus Becker, kann es durchaus sein, daß man stellenweise friert,

Herzlichen Sammlergrüße
Manfred Grimm





[[File:Flying Enterprise 1951.docx]]


Dateianlage:
Flying Enterprise 1951.docx

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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#12 von Manfred Grimm , 21.04.2021 09:34

Liebe Sammler,

sie war eine der insgesamt sechs „weißen Schwäne des Südatlantiks“, die CAP SAN DIEGO der Hamburg Süd, Vorbild meiner Sammlungsminiatur von CLC, die ich heute zusammen mit ihrer Geschichte vorstelle.

„Pansenklopper“ und „Schietgeld“ erzeugte ein Teil ihrer Ladung, Begriffe, die zum „weißen Schwan“ CAP SAN DIRGO eigentlich nicht so recht passen wollen. Aber die auf ihre Art originäre, rustikale Welt der Hafenarbeiter und ihre Sprache, ist eben eine andere als die der Schiffsarchitekten.

Gegenwärtig ist die CAP SAN DIEGO das größte betriebsfähige Museumsfrachtschiff der Welt und liegt an der Überseebrücke im Hamburger Hafen. Sie stellt den Höhepunkt des mechanisierten Frachtschiffbaus in Deutschland dar, bei dem eine maximale Ausprägung der meisten in der Frachtschifffahrt entwickelten Berufsbilder an Bord zu beobachten war.

Viel Freude beim Anschauen und Lesen
M. Grimm







[[File:Cap San Diego 1998.docx]]


Dateianlage:
Cap San Diego 1998.docx

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RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#13 von RG , 21.04.2021 19:41

Lieber Manfred,vielen Dank für deine schönen Modelldarstellungen,animieren sie doch sofort: CM-KR raus aus der Vitrine und bemalt...


Angefügte Bilder:
IMG_20210421_193812.jpg   IMG_20210421_193855.jpg  

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zuletzt bearbeitet 21.04.2021 | Top

RE: Meine Vitrine "Internationale Handelsschiffahrt"

#14 von Manfred Grimm , 18.02.2022 20:42

Liebe Sammler,

im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entschloss sich die Hamburger Laeisz-Reederei, einen regelmäßigen Linien-Dienst von Hamburg und Antwerpen zu den Häfen der südamerikanischen Westküste, zwecks Salpeterfahrt, einzurichten. Richtig angepackt winkte hier ein Geschäft mit großer Gewinnspanne, der wir heute u. a. die schöne Hamburger Laeisz-Halle und das Chilehaus zu verdanken haben.
Allerdings führte diese Route um Kap Horn. Dort unten, am letzten Ausläufer des amerikanischen Kontinents, trotz schwerem Wetter, starken Westwind mit noch stärkeren, heulenden Böen unter brettsteifen Segeltuch durchzuhalten, das erforderte stählerne Schwerwettersegler.
Die bisher in der Laeisz-Flotte vorhandenen hölzernen Frachtsegler wären unter diesen Wetterbedingungen gezwungen, mit festgemachtem Zeug beigedreht liegend auf besseres Wetter zu warten. Diese Methode behagte sowohl Vater als auch Sohn Laeisz überhaupt nicht. Im ersten Satz der Instruktionen für die Schiffsführer dieses zukünftigen Linien-Dienstes war zu lesen: „Meine Schiffe KÖNNEN und SOLLEN schnelle Reisen machen“. Um das aber mit seinen Seglern, insbesondere den späteren großen Vier- und Fünfmastschiffen, in die Tat umzusetzen, mußte die Takelage der betroffenen Schiffe verstärkt werden. Stählerne Masten vom Kiel bis zum Flaggenknopf und stählerne Rahen mit riesigen Lappen von Segeln sollten nun zum Einsatz kommen. Das Tauwerk aus Naturfaser, vornehmlich Hanf und Manila, wurde jetzt überwiegend durch Stahldraht und Ketten ersetzt.

Die Rumpffarben wurden analog zu denen der Handelsflagge des Deutschen Kaiserreiches gewählt. Schwarz über Wasser, weißer Wasserpass und rotes Unterwasserschiff. Bei Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 wurden die Farben Rot und Weiß der Hansestädte und das Schwarz und Weiß von Preußen die Farben der neuen Flagge in Schwarz-Weiß-Rot, die seit 1871 auch die Flagge des Deutschen Kaiserreiches war.

Um nicht bis zur Fertigstellung eines Neubaus mit dem Salpeterfrachtgeschäft warten zu müssen, kaufte Laeisz 1865 als 28. Schiff und gleichzeitig erstes Stahlschiff der Reederei, die PROFESSOR (ex. FLOTTBECK), eine stählerne Bark des Hamburger Eigners Julius Hüniken.

1887, im Todesjahr des alten Ferdinand Laeisz, ging sein Sohn Karl, im Hinblick auf das zunehmende Geschäft in der Salpeterfahrt, an einen umfassenden Ausbau der Laeisz-Flotte. Von dieser Zeit an entfaltete sich die Reederei zu der berühmten „Fleying P-Line“.

Mit der PAMELIA (1888) kam 2018 das erste Rodkling-Modell aus dieser Vorbildzeit. Die PAMELIA war nicht wie die bisherigen Laeisz-Schiffe ein Einzelschiff, sondern eines mit vier Schwesterschiffen gleichen Typs; alle fünf für die Salpeterfahrt bei Blohm & Voss in Hamburg zwischen 1887-1889 gebaut. Im Einzelnen waren dies die bereits als Rodkling-Modellneuheit angekündigte PROMT (1887), das Rodkling-Modell PAMELIA (1888), die noch nicht als Modell erschienene PERGAMON (1888) und die jetzt gelieferten Rodkling Neuheiten aus 2021, POTRIMPOS (1887) und POTSDAM (1889).

Fotos Drei von fünf bei Blohm & Voss, Hamburg, gebaute Schwestern (es fehlen PROMPT (1887) u. PERGAMON (1888)


RKHS 54: PAMELIA (1888)


Neuheit RKHS 58: POTRIMPOS (1887)


Neuheit RKHS 59: POTSDAM (1889)

Auf diesen Schiffen waren die Matrosen unter der Back in engen, feuchten Quartieren oder bei schwerem Wetter im ständig überflutetem Deckshaus untergebracht. Um dem ein Ende zu machen, wurde 1892 mit der PLACILLA, bei Joh. C. Tecklenburg, Geestemünde, ein völlig neuer Schiffstyp konzipiert, der als Vorreiter für das Aussehen aller zukünftigen „Fleying P-Liner“ der Laeisz Reederei dienen sollte, der „Drei-Insel-Typ.“ Da von diesem Vorbild noch kein Modell existiert, aber von dem „Drei-Insel-Typ“ POTOSI (1895), habe ich zur Veranschaulichung dieses Typs die CLC-Miniatur meiner Sammlung als nächste abgebildet.


CL CS 1: „Drei-Insel-Typ“ POTOSI (1895)

Bei dem „Drei-Insel-Typ“ befand sich zwischen Back und Poop ein Mittelaufbau, der beidseitig bis an die Bordwand reichte. Das Kartenhaus und der Ruderstand mit dem großen Doppelrad haben ihren Platz auf diesem Mittelaufbau, auch Brückendeck genannt, erhalten. Hier waren die Rudergänger vor den gefürchteten mitlaufenden Seen sicher, die so manches Unheil verursacht hatten.
Zentrale Wohn- und Arbeitsräume für Kapitän, Offiziere, Koch und Mannschaft befanden sich jetzt im Mittelbau. So hatten die Matrosen statt wie bisher unter der Back, jetzt große, wassergeschützte und gut belüftete Unterkünfte für jeweils 12 bis 18 Mann, getrennt in Steuerbord- und Backbordwache.

Später erfuhr der „Drei-Insel-Typ“ noch eine Optimierung, indem Laufstege hinzugefügt wurden, welche die drei Inseln Back, Mittelaufbau und Poop miteinander verbanden. So konnte man trockenen Fußes vom Hochdeck zur Back oder Poop gelangen. Dazu die folgende Rodkling-Modell Abbildung der PETSCHILLI (1903)


RKHS 55: PETSCHILLI (1903), „Drei-Insel-Typ“ mit Laufstegen

Ich freue mich auf weitere Neuheiten dieses interessanten Sammlungsgebietes.

Viel Freude beim Anschauen der Bilder und alles Gute
Manfred Grimm


"Seefahrtgeschichte ist Menschheitsgeschichte"
Motto des IMM, Hamburg, dem größten maritimen Museum der Welt


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