Wahrig Masten

#1 von REE , 12.08.2014 22:53

Wahrig Masten

Vor vielen Jahren begeisterte Herr Günter Wahrig die Schiffsmodellsammler mit seinen exzellenten und stets vorbildgerechten Bemastungen und Bemalungen.

Bis heute ist die zuletzt erreichte Präzision seiner Metallmasten vorbildlich. Die Mehrzahl der Mercator-Modelle war damals mit Plastikmasten ausgestattet, die sich teilweise sogar verformten, keinesfalls vorbildgerecht waren und auch stets wie Plastikmasten aussahen. Eigentlich werteten sie die Modelle eher ab. In dieser Zeit begann die Verfeinerung der Wiking, Mercator und auch Navis/Neptun-Modelle mit Metallmasten aus dem Hause Wahrig.

Zu Anfang waren diese noch recht einfach ausgeführt; siehe Abbildungen 1 und 2 eines Wiking Models der Adolf Leonhardt.

Erst Mitte der 80er-Jahre erreichte Herr Wahrig durch seine einmaligen konischen gehärteteten und gelöteten Metallmasten eine bislang unerreichte Präszision. Seine Verfeinerungen umfassten nicht nur die Bemastungen, sondern sämtliche signifikanten Details, wie Lüfter, Kräne, Ausleger, Antennen und Flaggenstöcke; siehe Abbildungen 3,4, 5, 6 und 7 der Mercator-Modelle der Titanic und Bremen. Die meisten Wahrig-Verfeinerungen erkennt man stets an den vorhandenen Flaggenstöcken an Bug und Heck. Besonderen Wert legte er auf die absolut vorbildgerechte Ausführung, der zahlreiche Recherchen in Weyers Flottenbüchern oder Publikation von K.-H. Schwadtke voraus gingen. Und nicht nur die Bemastungen verfeinerte er gekonnt, auch farbliche Details korrigierte er stets vorbildgerecht.

Im Laufe der Jahre sieht man leider die Langzeitwirkung des Lötwassers bzw. der Metalllegierung, da offensichtlich einige Metallteile aufblühen; ähnlich der Zinkpest bei Druckguss-Modellautos; siehe Abbildung 2.

Schwerpunkte seiner Verfeinerungen waren die Schiffe der kaiserlichen Flotte sowie die Zivil- und Militärschiffe aus dem ersten Weltkrieg und der Zeit bis in die 60er-Jahre.



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RE: Wahrig Masten

#2 von Roland Klinger ( Gast ) , 13.08.2014 10:21

Hallo zusammen,

Das Ausblühen von Zinn ist ein normaler Vorgang wenn man sollte das gelötete Teil mit aceton waschen und mindestens 2 Monate ohne Behandlung liegen lassen, bürsten und dann mit Zinkkromat Grundierung grundieren.

Zum Thema Zinnpest: Ab -16°c geht das Zinn in einen anderen Aggregatzustand über und zerfällt zu einer Art Staub. Da spricht man in Fachkreisen von Zinnpest, das Ausblühen dagegen ist ein Korrisionsprozess wie Rost und der Gleichen.

Viele Grüße
Roland Klinger


Roland Klinger

RE: Wahrig Masten

#3 von ulord ( gelöscht ) , 13.08.2014 10:32

Zinnpest - wenn es doch nur so einfach wäre! Ich habe über lange Zeit Zinnfiguren gesammelt und bei 3 Figuren (vermutlich um 1960 gegossen) dieses Problem beobachtet. Die Farben lösen sich, es rieselt weißes Pulver herab - und ich behaupte, dass das nichts mit Minusgraden zu tun hat. Und um den ganzen noch mehr Voodoo einzuhauchen: Ich glaube, dass Zinnpest "ansteckend" ist - zumindest in meinen Vitrinen. Erst nach Isolierung der betroffenen Fiuren konnte ich einen weiteren Befall nicht mehr beobachten.
Wer das Imperial War Museeum in London besucht, kann miterleben, wie eine ganze Ansammlung von Figuren betroffen ist. Dort tut man nichts dagegen, zumindest bis 2009 nicht.

Vielleicht hilft diese Information weiter http://de.wikipedia.org/wiki/Zinnpest.

Viele Grüße
ulord


Wenn das Leben dir Zitronen schenkt - mach Limonade draus!


ulord
zuletzt bearbeitet 13.08.2014 10:36 | Top

   

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