Shapeways britische Schlachtkreuzer G-3 und Schlachtschiff N-3

#1 von proflutz , 29.12.2016 21:27

Exkurs: Die britischen Schlachtkreuzer-Neubauten von 1921 und Schlachtschiff-Entwürfe von 1922

Auf dem Gebiet der Modelle dieser nach dem Washingtoner Flotten-Abkommen von 1921/22 nicht mehr fertig gestellten bzw. nicht mehr begonnen Schiffe herrscht etwas Verwirrung. Naturgemäß bestehen Unklarheiten in Details der Entwürfe, z.B. bezüglich der genau vorgesehenen Aufstellung von Mittelartillerie, Flak und EM-Geräten sowie bei den wahrscheinlich bzw. möglicherweise vorgesehenen Namen. In der Literatur (Breyer und Raven/Roberts) besteht Einigkeit, dass die Entwürfe G-3 (Schlachtkreuzer, 9x 16 inch SA) und N-3 (Schlachtschiffe, 9x 18 inch SA) gebaut werden sollten. Die ansonsten recht ähnlichen Entwürfe unterscheiden sich nach beiden Quellen auf den ersten Blick dadurch, dass die Schlachtkreuzer ZWEI Schornsteine und den Hauptmast DAHINTER, die Schlachtschiffe EINEN Schornstein und den Hauptmast DAVOR haben sollten.

Folgt man diesen Angaben, stellt das handwerklich hervorragende Neptun-Modell NE 1108 „St. Andrews“ eindeutig den Schlachtkreuzer-Neubau G-3 von 1921 dar. Der angegebene „Saint“-Name war laut Breyer allerdings für die Schlachtschiffe N-3 von 1922 vorgesehen, die Schlachtkreuzer sollten die Traditionsnamen „Invincible“, Inlexible“, Indefatigable“ und „Indomitable“ erhalten. Laut den Büchern von Breyer bzw. Raven/Roberts ist unklar, ob die vorderen seitlichen aufgestellten beiden MA-Doppeltürme bei diesen Schlachtkreuzern überhöht aufgestellt werden sollten oder nicht. Breyer sagt „nein“, Raven/Robert „ja“. Auf jeden Fall hat das Neptun Modell überhöhte auch vorn überhöhte MA-Türme. Dagegen sind sie im sonst im Aufbau sehr ähnlichen Modell der G-3 („Invincible“) von Shapeways/C.O.B. Constructs & Miniaures nicht überhöht dargestellt. Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Modellen ist, dass das Neptun-Modell die achteren EM-Geräte, wie im ersten Buch von Breyer dargestellt überhöht nacheinander, das Shapeways-Modell, wie im zweiten Buch von Breyer dargestellt, nebeneinander angeordnet zeigt. Raven/Roberts unterscheiden hier zwischen dem G-3-Vorentwurf (nebeneinander) und dem endgültigen Entwurf (nacheinander). Der achtere Gefechtsmast-Stummel, den nur das Shapewas-Modell aufweist, war ebenfalls im G-3-Vorentwurf enthalten, allerdings im Modell deutlich mehr vorlich plaziert, als laut Raven/Roberts vorgesehen. Im Neptun-Modell ist statt dessen der lt. Breyer vorgesehene kleine Pfahl-Achtermast an der Rückkante des Aufbaudecks auch korrekt plaziert dargestellt.

Das meiner Kenntnis nach einzige 1.1250-Modell des N-3 Schlachtschiffs (hier mit dem Fantasie-Namen „Britannia“, statt mit „Saint“-Namen bezeichnet) von Shapeways/C.O.B. Constructs & Miniaures zeigt die oben genannten offensichtlichen Unterscheidungsmerkmale zu den Schlachtkreuzern, hat aber die genannten seitlichen vorderen MA-Türme, anders als die Zeichnung im Breyer nahe legt, gleichfalls nicht überhöht dargestellt. Bei Raven/Roberts fehlt die entsprechende Angabe. Die Unterschiede zwischen Schlachtkreuzern und Schlachtschiffen im Heckbereich, wo der Aufbau bei den Schlachtschiffen bis zum Spiegelheck reicht, sind gut herausgearbeitet. Allerdigs fehlt der achtere Gefechtsmast am Modell völlig, der in beiden Quellen angegeben ist. Lediglich drei kleine Vierecke deuten auf dem Aufbaudeck die Position des Dreibeines an. Die achteren EM-Hauben sind im Modell im Dreieck angeordnet, bei Raven/Roberts sind es nur zwei nebeneinander, Breyer macht hierzu keine Angabe.

Alles klar? Fotos der gepönten und bemasteten Shapeways-Modelle folgen in Kürze.



 
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RE: Shapeways britische Schlachtkreuzer G-3 und Schlachtschiff N-3

#2 von proflutz , 31.12.2016 12:46

Hier jetzt die „HMS Invincible“, Schlachtkreuzer-Entwurf G-3 von 1921 Shapeways/C.O.B. Constructs & Miniatures fertig gepönt und bemastet, sowie mit Neptun-Scheinwerfern und -Sahling-Stern versehen, noch ohne Wasserpass. War als Nachfolgeklasse der „Hood“-Klasse vorgesehen. die ihrerseits in Abkehr von Admiral Fishers Large Light Cruiser-Konzept und als Nachfolger der „Renown“-Klasse statt der „Incomparable“ gebaut wurde. Nach Washington nicht weitergebaut und abgebrochen. Das Konzept dieser Klasse wurde mit den geplanten Schlachtschiffen vom Typ N-3 von 1922 und mit den statt dessen gebauten Washington-kompatiblen Schnellen Schlachtschiffen der „Nelson“-Klasse fortgesetzt.



Modellkritik: Erst dachte, ich, das Modell sei im Masstab 1:1200, aber die Skizze im ersten Breyer ist wohl eher 1:1500, das Modell stimmt jedenfalls mit der Skizze in der zweiten Auflage des Breyer gut überein. Bulleyes vorhanden, SA und/Flak frei vom Deck jedoch nach unten verdickt und wie die MA mit miteinander verbunden dargestellten Rohren. Wannen für Flak und Scheinwerfer, wie meist bei diesem Designer, leer, Boote platt an Deck, keine Davits.EM-Geräte wohl etwasd unterdimensioniert dargestellt und im Vormars eher zuwenig (müssten laut Skizzen 4 sein). Den G-3 Typ gib es unter der Modell NE 1108 auch als sehr schönes Metall-Fertigmodell von Neptun für ca. 80 EUR.



 
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RE: Shapeways britische Schlachtkreuzer G-3 und Schlachtschiff N-3

#3 von proflutz , 11.01.2017 19:10

Hier jetzt die „HMS Saint“ -Klasse, Schlachtschiff-Entwurf N-3 von 1922, von Shapeways/C.O.B. Constructs & Miniatures unter dem wohl Fantasienamen „HMS Britannia“ angeboten, fertig gepönt und bemastet, sowie mit Neptun-EM im Vormars versehen, noch ohne Wasserpass. Nach Washington nicht begonnen. Das Konzept dieser Klasse wurde mit den statt dessen gebauten deutlich kleineren Washington-kompatiblen Schnellen Schlachtschiffen der „Nelson“-Klasse fortgeführt.



Modellkritik: Erst dachte, ich, das Modell sei im Masstab 1:1200, aber die Skizze im ersten Breyer ist wohl eher 1:1500, das Modell stimmt jedenfalls mit der Skizze in der zweiten Auflage des Breyer gut überein. Bulleyes vorhanden, SA frei vom Deck jedoch nach unten verdickt und wie die MA mit miteinander verbunden dargestellten Rohren. Wannen für Scheinwerfer, wie meist bei diesem Designer, leer, Boote platt an Deck, keine Davits, keine Flak-Rohre. Vordere MA ist nicht überhöht dargestellt, sie wurde von mir vom Deck abgetrennt und auf Sockel mit Rohrichtung nach vorne wieder angeklebt. Die Brückenform ist nicht wie bei der Skizze im Breyer unten dtl. konkav, so dass die hinteren der genannten vorderen MA-Türme weniger nach binnenbords versetzt werden konnten. Achteres Dreibein (in ähnlicher Position wie bei der „Nelson“) fehlt. Das vordere Dreibein ist m.E. etwas klobig und kantig dargestellt. Deutlich dargestellt sind die gegenüber dem Schlachtkreuzer-Entwurf G-3 dickeren Rohre der SA und anders geformten und breiteren Türme des schwereren Kalibers. Meines Wissens gibt es bisher kein anderes Modell des N-3 Entwurfes in unserem Massstab.



 
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RE: Shapeways britische Schlachtkreuzer G-3 und Schlachtschiff N-3

#4 von proflutz , 13.01.2017 15:12

Und hier nochmal mit Wasserpass und mit der Washington-konformen (35.000 ts., 40,6 cm Kaliber) "Nelson" von Neptun, deren Entwurf O-3 dann realisiert wurde. Bei N-3 von 49.000 ts. und mit 46 cm Kaliber war wohl ein zusätzlicher großer achterer Dreibeinmast, etwa in der Position und in Form und Größe des Dreibeinmastes der "Nelson" vorgesehen.



 
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RE: Shapeways britische Schlachtkreuzer G-3 und Schlachtschiff N-3

#5 von proflutz , 23.04.2017 16:38

Und hier nochmal die "N-3" mit, laut Skizzen im Breyer bzw. Rave,n passendem achtern Dreibeinmast, den ich von einem Modell des argentinischen Schlachtschiff "Rivadavia" des selben Designers mit dem Skalpell abgetrennt habe.





 
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