KI Schrott im Netz

#1 von MoM , 18.02.2026 10:22

Moin in die Runde.

Hier mal meine Meinung zur Anwendung künstlicher "Intelligenz" und deren Auswirkungen für die Nutzer.
Da ich mich sehr viel im Internet für die Recherche zu meinen Modellen umsehe ist mir aufgefallen, daß gerade in der letzten Zeit eine Flut von KI generierten Bildern aufgetaucht sind. Diese Bilder haben meist rein gar nichts mit den realen Schiffen zu tun (es betriff nicht nur Schiffe, sondern jegliche Art von Bildern). Teilweise sind die Machwerke sehr offensichtlich, teilweise recht gut gemacht. Was ist nun die Gefahr? Gerade jemand der nicht so ganz mit der entsprechenden Materie vertraut ist kann oft nicht erkennen, daß das Bild (oder Text) KI generiert sind und übernimmt diese Informationen als bare Münze. Wie sich diese gefälschten Informationen auf die Informationsbeschaffung in den nächsten Jahren auswirken wird ist noch gar nicht abzusehen!
Einige Foren und Internetseiten verbieten mittlerweile KI-Generierte Informationen.
Auch die Nutzung von Hilfsmitteln wie Chat GPT zur Recherche birgt etliche Hindernisse. Warum? An sich ganz einfach: Man kann sich an das schöne Sprichwort halten: Wie es in den Wald hin ruft, schallte es heraus! Zur Zeit sind Werkzeuge wie Chat GPT u.A. im Prinzip Google auf Steroiden, gigantische Wissensmengen werden durch bestimmte Algorithmen sortiert und katalogisiert. Aber eine KI ist noch nicht n der Lage wirklich selbstständig Wissen zu erlangen, sie ist immer auf einen externen Input angewiesen.
Hier ein aktuelles Beispiel: Zur Recherche über mein aktuelles Projekt: Type 12m Rothesay Fregatten kam die Frage auf, ob diese mit 40mm Bofors STAAG bewaffnet waren. Nach dem Auswerten diverser Quellen wie Bücher, Fotos usw. konnte kein einziger Beweis für die Existenz von STAAG auf Rothesay´s festgestellt werden. Viele Quellen wie z.B. Conways geben aber an, daß STAAG vorhanden war. Diese Informationen wurden anscheinend auch als Quelle für Chat GPT verwendet. Als Text wurde bestätigt, daß STAAG an Bord war, die Fotorecherche über Chat GPT hat aber nur jede Menge Bilder mit den Mk. V Bofors erbracht. Die von Chat GPT generierten Information waren also nicht nur falsch da falsche Quellen genutzt wurden, sondern die "dumme" KI konnte auch nicht erkennen, daß die von Ihr gezeigten Bilder keine STAAG sondern Mk. V zeigen.
In meinen Augen ist die Nutzung von solchen Werkzeugen nur sehr eingeschränkt von sinnvoll, Augen und Gehirn werden auch in der Zukunft das wichtigste Hilfsmittel bleiben. Dies setzt natürlich voraus, daß entsprechende, unverfälschte Unterlagen vorhanden sein müssen.

Hier mal ein Paar Beispiele von KI-Schrott:

Auf den ersten Blick nachträglich koloriertes Bild, viele kleine Details sind verfälscht



"Aufbereitete" Bilder der Tirpitz, da stimmt rein gar nichts.



Noch ein Bild der Tirpitz, auf den ersten Blick OK, aber bei genauerer Betrachtung stimmt auch hier nichts



Der schwere Kreuzer Mikuma, tolle Explosion fern der Realität







CGN Long Beach, mal mit Geschützen, mal ohne kompletter Müll





Hier ein tolle Yamato, Zwei Türme achtern, merkwürdige Katapulte und ein Kran ohne Ausleger



 
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#2 von MoM , 18.02.2026 10:49

Angefügte Bilder:
surcouf-com-1934.jpg   u-507_www-strangemilitary-com.jpg  

 
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RE:

#3 von Takelmann , 18.02.2026 18:59

Moin, MoM,
Zuerst einmal vielen Dank für diesen Beitrag, der geeignet scheint, eine
(historische) Informationsquelle zu eröffnen: unsere 1200/1250er
Modelle. Viele von ihnen sind inzwischen über Jahre und Jahrzehnte
von Sammlern begutachtet und beurteilt worden, und manche Schiffe
sind in unterschiedlichen Zuständen dargestellt. Letzteres erfordert
besondere Sorgfalt. Den Anspruch auf präzise Darstellung. werden
die meisten unserer Hersteller ohne Zweifel haben und (bisher) mit
umfassender Recherche belegen können oder wollen.
Dein Beitrag macht unsere Sammlungen wertvoller.
Ahoi vom Takelmann


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RE: KI Schrott I'm Netz

#4 von Niels Neelsen , 18.02.2026 19:42

Moin,
ich bin sicher, dass wir Sammler wissen, wo die Türme der Hauptartillerie der Yamato hingehören!


Mit dem Bezahlen wird man das meiste Geld los.
W. Busch


 
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RE: KI Schrott I'm Netz

#5 von Sewing , 18.02.2026 19:48

Zum Thema Rothesay und STAAG: die Rothesays waren bereits geplant für Seacat, erhielten aber Bofors Mk V oder Einzellafetten bis zum Umbau. STAAG erhielten die Whitbys, wurden aber auch dort später ausgetauscht.


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RE: KI Schrott I'm Netz

#6 von proflutz , 18.02.2026 21:02

Es gab ja Planungen für Super-Yamatos mit 4 schweren Türmen, 2 achtetn. Nie begonnen.


Im Falle von Links auf Seiten kommerzieller Anbieter wird dieser Post als Werbung bezeichnet.


 
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RE: KI Schrott I'm Netz

#7 von RG , 18.02.2026 21:57

KI ist anscheinend nicht immer in der Lage,
Im Netz zwischen gut gemachten Modellen
Von Planungen und der Realität zu unter-
Scheiden.
Wenn es nur häufig genug gefunden wird....
Irgendwo.


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RE: KI Schrott I'm Netz

#8 von TomWilberg , 19.02.2026 19:14

Wenn ich technisch historisches Spezialwissen recherchiere, frage ich auch immer einen Deutschlehrer, der die wahrscheinlichste Antwort aus Textanalysen aus Facebook-Brocken synthetisiert.

Jau!


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RE: KI Schrott I'm Netz

#9 von Sealord , 19.02.2026 21:43

Moin,

neulich wollte ich wissen, wann die IMO die Bauarten für Chemikalientanker in die Gefahrenklassen I, II und III eingeteilt hat (IBC Code) und wann diese überarbeitet wurden. Habe tatsächlich eine Antwort mit seriöser Quellenangabe (wo alles überprüfbar war) erhalten sogar einen Hinweis auf den Vorläufer BCH Code von 1971. Die historischen Angaben waren selbst in meiner Fachliteratur nicht zu finden.

Natürlich benötigt man eigene Fachkenntnis, um die Antworten einordnen zu können.

Also KI kann durchaus hilfreich sein, bei der Recerche. Nutze übrigens "Le Chat". Habe dort bisher die besseren Erfahrungen gemacht.

Grüße aus Bremen


Ein Handelsschiff wird nur zu einem Zweck gebaut:
um Geld zu verdienen, um eine angemessene Rendite auf die Investition zu erzielen.


 
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RE: KI Schrott I'm Netz

#10 von TomWilberg , 20.02.2026 14:13

Hi,
ja, es kommt auf drei Umstände an, damit so eine Recherche sinnvoll werden kann:

_ Man sollte ein sinnvolles Modell benutzen. Von Google KI und ChatGPT habe ich mich schon lange verabschiedet, die Halluzinieren viel zu viel. Min Positiv-Tip ist Perplexity,bei dem man durch die angebotenen vertiefenden Fragen meistens dann doch weiter kommt.

_ Über den Prompt kann man unseriöse Quellen versuchen, auszuschliessen. Manchmal klappt das.

_ Man muss genug eigenes Know-How mitbringen, damit man erkennen kann, ob eine Antwort des LLM nur wieder daherhalluziniert war, oder tatsächlich eine verlässliche Information.

>> Man sollte nicht immer alles glauben und gegebenenfalls mal verschiedene Quellenlagen nebeneinander legen.


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