Der mittlerweile typische deutsche Beschaffungskrampf treibt wieder seine Blüten, es wird immer wieder nur rumgeeiert:
Bericht von Reuters zu diesem Thema heute Morgen:
Verzögerung bei F-126 - Meko-Fregatte als Alternative wird vorangetrieben
Berlin, 28. Jan (Reuters) - Wegen Verzögerungen bei der Fregatte 126 treibt das Bundesverteidigungsministerium eine Alternative mit der Fregatte Meko A-200 von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) weiter voran. Der Haushaltsausschuss will am Mittwoch den angepeilten Vorvertrag mit TKMS billigen und dafür 50 Millionen Euro freigeben, wie aus Unterlagen für das Gremium hervorgeht, die Reuters vorliegen.
Mit dem Geld sollen sogenannte Terminabsicherungsinstrumente finanziert werden. Dazu gehören die Reservierung von Fertigungsslots und die Bestellung von Material mit langen Lieferzeiten. Damit soll die Lieferung eines ersten Schiffes bis Dezember 2029 gesichert werden. Hintergrund ist, dass Deutschland der Nato ab 2028 durchgehend vier Fregatten zur U-Boot-Jagd (ASW) versprochen hat. Diese Zusage kann wegen der Probleme bei der F-126 nicht mehr pünktlich erfüllt werden. Der Haushaltsausschuss hatte bereits im vergangenen Jahr Ausgaben von 7,8 Milliarden Euro für eine Alternative zur F-126 bewilligt. Früheren Angaben von mit dem Projekt Vertrauten zufolge soll es um mindestens drei Fregatten der Meko-Klasse gehen. Pro Stück würden sie demnach etwa eine Milliarde Euro kosten und günstiger als die F-126 sein.
Bei der F-126 gibt es Probleme mit dem niederländischen Hauptauftragnehmer Damen, das Verteidigungsministerium strebt daher einen Wechsel des Generalunternehmers zur deutschen Lürssen-Werft (NVL) an. Die Werft teilte am Mittwoch mit, auf diesem Weg sei man ein großes Stück vorangekommen: "Die NVL arbeitet mit Hochdruck daran, das F126-Projekt in wenigen Wochen als Generalunternehmer zu übernehmen." Es sei gelungen, die Konstruktionsdaten der niederländischen Damen-Werft ins eigene System zu übertragen. "Damit haben wir die Schnittstelle zwischen Konstruktion und Fertigung geschlossen und gemeinsam mit Damen den Weg freigemacht für einen beschleunigten Hochlauf der Produktion in den Werfthallen." Einen neuen Zeitplan konnte die Werft aber derzeit noch nicht nennen.
Die als Alternative geprüfte Meko A-200 ist mit rund 4.000 Tonnen deutlich kleiner als die F-126 (etwa 10.000 Tonnen) und hat Begrenzungen etwa bei der Einschiffung von Hubschraubern. Die Marine bewertet dies jedoch angesichts des Zeitdrucks wegen der russischen Bedrohung als "hinnehmbar". Der Vorvertrag birgt das Risiko, dass die 50 Millionen Euro nur in geringem Umfang nutzbar sind, sollte kein Bauvertrag für die Meko-Fregatten zustande kommen.
Ende
Irgendwie scheint es symptomatisch für die deutsche militärische Beschaffung zu sein, daß (fast) jedes mal irgend etwas komplett aus dem Ruder läuft. Es fing von Beginn an, z.B. Spz HS 30, Starfighter, Gewehr G36, Hubschrauber NH90 und Tiger, oder die günstige Instandsetzung der Gorch Fock für 130Mio. Hätte ich damals in meinem Job so gearbeitet wäre ich schon lange hochkant rausgeflogen und / oder die Firma pleite. Aber was will man erwarten, wenn 11.000 Mitarbeiter im Beschaffungsamt für 185.000 Soldaten einkaufen sollten. Da ist wohl wirklich nicht genug Manpower da um Projekte nicht nur nach etlichen Jahren mal auf den Weg zu bringen, nein, die müssten ja auch mal überwacht werden. Aber die Beschaffung von Klopapier ist wohl wichtiger. Allerdings braucht die Bundeswehr ja auch keine Waffen, die können den Feind ja mit den Aktenordnern des Beschaffungsamtes erschlagen oder daraus dem Feind vorlesen und hoffen er stirbt dann an Respekt vor der Bürokratie anstatt an 20 Gramm Blei.